›› HIER LIEST PAUL

 

Paul Heilig ist Autor und Journalist in Hamburg. Es gibt Menschen, die meinen, dass er zur Stadt gehört wie die Silhouetten der Schiffe am Hafen. Was er mag? Menschen, die Dinge mit Haltung und Leidenschaft tun, handgearbeitete Mode und Zigarren sowie guten Kaffee. Idealerweise alles zusammen bei einer Begegnung. Meist begleitet vom leisen Schritt seiner Husky-Hündin.

 

Hier bei uns könnt ihr seine Buchempfehlungen lesen  . . .

Wir freuen uns!

 

 



Das Zimmer

Jonas Karlsson

 

Warum ausgerechnet Schweden so gute Krimis und Thriller kann, erschließt sich mir nicht ganz. Vielleicht liegt es daran, dass man sich zwischen Selbstbauregalen, Seenlandschaften und Sinn fürs Wesentliche einfach entspannter auf die Abgründe menschlichen Lebens einlassen kann als anderswo. Jonas Karlsson hat sich einen der Orte vorgeknöpft, wo Abgründe ein besonderes Zuhause haben – das Büro. Manchmal grotesk, täglich aufs Neue sureal wie real und Schauplatz mancher Tragödien.

 

Hier also versucht Björn zu überleben. Strafversetzt ins charmante Ambiente eines Behörden-Großraumbüros. Unendlich leidend. Lebensrettend ist seine Entdeckung eines unbeachteten Raums. Irgendwo hinter den Toiletten. Hier findet er Kreativität und Produktivität, erhält soviel Elan und Karriereschub, dass ihn seine Kollegen natürlich in rasanter Geschwindigkeit hassen. Denn erstaunlicherweise hat Björn plötzlich Spaß an der Arbeit.

 

Eine sonderbare Atmosphäre, die da beschrieben wird. Absurd, unsinnig, verwirrend, echt, genial. Und die sehr reale Beschreibung vieler burnoutgrenzgehender Seelenheilsuchender in ihrer Alltagsroutine. Das Lesen dieses Romans kann so zäh werden wie ein Nine to Five-Job. Und genau deshalb ist man so fasziniert, arbeitet sich durch die Seiten, bemerkt immer weniger, wie die Zeit vergeht. Ein schrecklich schönes Buch zum Glück. Diese Schweden, sie schaffen es. Irgendwie. Immer wieder.    


Luchterhand Verlag

176 Seiten

13,5 x 20,5 cm

Hardcover

17,99 Euro

ISBN 978-3630874609

 

Auch als Kindle Edition

und Audio-CD erhältlich



Im Himmel gibt es Coca-Cola

Christina Nichol

 

Slims Achmed Makaschwili, ein Anwalt für Seerecht  und ziemlicher Romantiker, probiert, sein Leben zu leben. In dem sich eher unbedeutenden Hafenort Batumi am Schwarzen Meer in Georgien. Wo man stolz ist auf Vergangenheit, nicht immer gut zu sprechen auf die Nachbarn und bei großer Gottesfürchtigkeit herzhaft flucht. Und natürlich trinkt. Viel trinkt. Wein, Bier, Schnaps. Alles, was irgendwie reinknallt oder das Jetzt möglichst lange draußen hält.

 

Das ist das Zusammenleben in den engen Räumen ehemals sowjetischer Wohnblöcke, da sind die Nachbarschaftsstreits und die Wäsche auf den Balkons und der eweige Ölgeruch der Raffinerien, der über dem sommerlichen Meer liegt, das aussieht wie ungeputztes Silber. Es gibt Kaviar, Korruption, noch mehr Schnaps und einen Traum. Irgendwie muss man doch dieses an sich nicht unangenehme Leben komfortabler gestalten können.

 

Slims nutzt die ausreichend vorhandene unnutzbare Lebenszeit, schreibt skurile Briefe an Hillary Clinton und kommt zugleich auf die Idee, irgendwie am großen Ölfördergeschäft teilzuhaben. Beides natürlich völlig absurd. Und da in der Absurdität die besten Geschichten beheimatet sein können, ist die Beschreibung dieses georgischen Daseins eine wunderbare Wörter-Schatztruhe, in diesem Fall eher ein nicht versiegendes literarisches Weinfass.   

 

Ein ungeheuer charmanter, feinsinniger und satirischer Roman. Ein fantastisches Lesebuch über Unmöglichkeiten in einem unmöglichen Land, in dessen knurrige, traurigen, feiernden und alltagsbewältigenden Menschen man sich von Seite zu Seite mehr verliebt. Und sich nicht darüber wundert, dass man immer wieder herzhaft laut lacht während der ausgesprochen unterhaltsamen Lektüre dieses Buches im Café, auf dem Balkon oder am Urlaubsstrand.     


mare Verlag

448 Seiten

13,3 x 21 cm

Hardcover

22 Euro

ISBN 978-3866482340    



The Rise of David Bowie 1972-1973

Mick Rock

 

1972 begann dieser dekadenlange Dauertrip, auf dem der Brite David Robert Jones so ziemlich alle Gipfel nahm und sämtliche Täler durchkroch, die die Welt einem Musiker zu bieten hat. Seine Fans waren fasziniert von der schillernden chamäleonesken Art, mit der dieser David Bowie auf und abseits der Bühne eine wild-subtile Showdarbietung war. Mal androgyn, weiblich, männlich, laut oder leise, halbtot und dann wieder sehr lebendig. Bowie war nahezu täglich anders. Und Bowie war Ziggy Stardust. Der Charismat, der in Glamour-Outfits das Mikrofon lässig bespielend jeglicher Norm entflog. Festgehalten in Bildern, die Mick Rock in den Sternenstaub-Jahren 1972 und 1973 machte und die maßgeblich dazu beitrugen, dass Bowie der definitive It-Boy des Rock wurde.

 

Rock, der tatsächlich so heißt, setzte auch Musik-Ikonen wie Pink Floyd, Lou Reed, The Sex Pistols oder Queen in Szene. 1972/73 war er Bowie so nah wie kein anderer. Die Kamera fing tausende Momente ein. Mal inszeniert, mal augenblicklich – beim Gespann Bowie-Rock verschwamm dies oft. Etwa, als der Fotograf den rothaargefärbten Sänger im März 1972 zu Hause in Beckenham im Spiegel aufnahm. Aus der legendären Aufnahme wurde später das Cover des US-Rereleases des Albums Space Oddity.

 

300 Seiten Bowie. Da ist der entrückte Star, der lebenssinnige Gentleman, der wahnsinnige Drogentourist. Da ist die schrille Diva, der stille Beobachter, der sinnliche Genießer, der wie gerade dahingestorben Schlafende. Jede umgeblätterte Seite eine Station auf einer intimen Reise. Dazwischen immer wieder Zitate, die das gerade Gesehene begleiten. Zum Abschluss eine wunderbare Interviewstrecke: „Ziggy Stardust war eine Farce mit offenem Ausgang, mit der der eigene Mythos und die Mythologie des Pop erkundet wurde.“ Und: „Er dachte nicht an Geld. Er wollte ein Star sein.“ Ein Buch, das bestens als Altargegenstand geeignet ist. Türkis umrahmt folgt der in den Himmel gestiegene frühe Bowie dem Blick des Betrachters. Ziggy Stardust wechselt von Moment zu Moment seine Erscheinung. Möglich durch das Hologramm, das auf dem Cover aufgetragen wurde. Sternenstaub für alle Ewigkeit. Ganz klare Devotionalien-Kaufempfehlung.


TASCHEN Verlag

300 Seiten 

27 x 37,5 cm

Hardcover mit Hologramm

59,99 Euro

ISBN 978-3-8365-6094-8

Mehrsprachige Ausgabe:

Deutsch, Englisch, Französisch  



DIE  FOTOGRAFIN

William Boyd

 

David Bowie fuhr gerne Taxi und U-Bahn. Wenn er wollte, wurde er nicht erkannt. In diesen Momenten trug er vorzugsweise eine griechische Tageszeitung mit sich. Die allermeisten Menschen dachten: "Der Typ sieht aus wie David Bowie. Ist aber wohl irgendein Grieche, der ihm nur verdammt ähnlich sieht." Der britische Ausnahmemusiker liebte so etwas. Ebenso sein Landsmann William Boyd. Der Autor täuscht mit großer Begeisterung und Präzision sein Publikum. Das tat er übrigens auch 1998. Gemeinsam mit David Bowie.

 

Boyd brachte eine Künstlerbiographie über den expressionistischen Maler Nat Tate heraus, Bowie steuerte den Klappentext bei. Zur Buchvorstellung luden sie ins New Yorker Atelier des Künstlers Jeff Koons ein. Alle kamen. Die Stars und Groupies, die Kunstsammler und Kritiker, die Schampus-Junkies und völlig Ahnungslosen. Sie feierten die Wiederentdeckung des ach viel zu früh verstorbenen Nate Tate. Einige meinten, dem Künstler persönlich begegnet zu sein, gar eines seiner raren Werke zu besitzen. Alles unmöglich. William Boyd hatte Nat Tate erfunden, dessen angeblichen Bilder selbst gemalt, David Bowie war Mitverschworener. Die beiden hatten viel Spaß. Wohl auch, weil im Rausch der Begeisterung kaum auffallen wollte, dass die Veranstaltung am 1. April stattfand.

 

William Boyd, der phantastische Täuscher. Für jedes Buch gräbt er sich erneut tief in wahre Welten ein, um fiktive Charaktere so lebendig zu machen, dass wir jedes Erlebnis von Seite zu Seite immer gerngläubiger abnehmen. Ob im afrikanischen James-Bond-Roman "Solo", der bitterbös-unterhaltsamen Reise eines midlifecrisigen Briten in die amerikanische Seele ("Stars und Bars") oder dem buntem Text-Gemälde der Wiener Bohème im Kriegsvorjahr 1913 ("Eine große Zeit").

 

Nun hat es William Boyd wieder getan. Für seinen Roman "Die Fotografin" erfand er die vielen Leben der Amory Clay. Stets einen Tick zu modern für ihre Zeit, durchwandert sie das 20. Jahrhundert. Londons High Snobiety, das mondäne Vor-Nazi-Berlin, den Zweiten Weltkrieg, Vietnam oder schottisches Nirgendwo. Neben wechselnden Männern hat Amory zwischen Glamour und Abgründen nur zwei beständige Begleiter: eine Kamera und den Alkohol. Lebensneugierig ist sie und exakt jenes Stück zu schön, um glückliche Beziehungen zu führen. Männer und Weltenlauf betrachtet sie eher nüchtern als sentimental. Amory Clay, diese selbstbewusste Fotografin mit vielen Leben und Blicken für Details. Mit Erfahrung und Alter wächst die Erkenntnis, sich selbst und seine Mitmenschen bitte nicht allzu ernst zu nehmen. Ansonsten hilft halt ein ordentlicher Drink.

 

"Die Fotografin" ist eine weitere brillante Biographie à la Boyd. Bis ins Detail. Etwa in Form der vielen Schwarzweiß-Aufnahmen, die durch das Buch gestreut wurden und glauben lassen, dass es sie doch wohl gegeben haben muss, diese Amory Clay. Doch sie bleibt eine Erfindung des Camouflage-Schreibmeisters. So elegant, faszinierend und entrückend, dass man sich herzlich gern viele Lesetage lang aus der Realität herausnehmen lässt.    

 

 

 

 

 

 


Berlin Verlag

560 Seiten

24,5 x 17,5 cm

Gebunden

24 Euro

ISBN 978-3-8270-1287-6

Auch als E-Book erhältlich    



JENSEITS  ALLER  GRENZEN

Erich Follath

 

Als SPIEGEL-Korrespondent sieht und beschreibt Erich Follath seit Jahren viel von der Welt. Ein Jahr lang folgte er der Spur von Ibn Battuta aus Tanger. Ein Adeliger und Abenteurer, der 120.000 Kilometer durch zahlreiche Länder reiste. Ausgestattet mit einem Bonusmeilenkonto würde dieser Ibn Battuta als Prämie mindestens einen robusten Rollkoffer mit dazugehöriger Laptoptasche bekommen. Doch die Vorzüge von Vielfliegerkarten waren im Jahr 1325 noch unbekannt. Damals brach Ibn Battuta auf, seine Verkehrsmittel waren Pferde, Kamele oder Schiffe. Ursprünglich wollte der junge Mann als gläubiger Moslem nur nach Mekka pilgern. Doch Kriege erfordern Umwege, seine Route führte ihn durch Palästina, weiter durch die Levante über Damaskus bis er dann die Kaaba, den heiligen Stein von Mekka, erreichte. Seine Begegnungen mit Menschen und Orten hatten seine Neugierde geweckt. Weiterreise statt Rückkehr. Ibn Battuta sah und erlebte in den folgenden 29 Jahren deutlich mehr als Marco Polo.

 

Erich Follath besuchte viele Stationen, die der arabische Weltenentdecker vor über 700 Jahren beschrieb, glänzt mit hervorragendem Fachwissen, unaufdringlicher Neugier sowie einem ungeschöntem Vergleich von Damals und Jetzt. Magische Begegnungen und schonungslose Fakten, Reisetagebuch und Gesellschaftsanalyse zugleich. Nie langweilig, stets lehrreich wissenslückenschließend. Mutig viele von Follaths Gesprächspartner, die etwa in Saudi-Arabien, Indien oder Usbekistan Kritik an der Entwicklung ihres Landes äußern, herzlich die Gastfreundschaft, die Follath und seine Ehefrau Marieanne, die ihn auf vielen Reisen begleitete, erfuhren. Dort, zwischen Schwarzem Meer und Persischem Golf, Wüsten, Gebirgen und Megametropolen.

 

Kein Schönschreibbuch, das den Ist-Zustand vieler Regionen des heutigen Islam verklärt. Sondern ein erlebnisreiches, sehr kluges, Reportagewerk, eine Einladung. In marokkanische Souks, die Rosengärten von Shiraz, zu den modernen Mauren von Granada, nach    Xinjiang im Wilden Westen Chinas, ins Übermorgenland Dubai oder nach Istanbul, dem It-Girl der Kulturmetropolen. Erich Follaths Erlebnisse haben mit denen Ibn Battutas vor allem eines gleich: Es ist nicht nur eine Reise durch die Welt des Islam. Sondern hochinteressante Reisen durch die vielen Welten des Islam. Sehr hilfreich schon vor über 700 Jahren. Noch wertvoller heute.    

 

 

 

 

 


DVA Verlag

528 Seiten

22 x 14,5 cm

Gebunden

24,99 Euro

ISBN 978-3-421-04690-1

Auch als E-Book erhältlich 



BETTINA RHEIMS

Bettina Rheims und Patrick Remy

 

Seit 1970 inszeniert sie Schönes und Verstörendes. Bettina Rheims ist unbescheiden unüberhörbar unübersehbar in der eh schon lauten Modezirkusmanege. Und sie ist auch grandiose Meisterin stiller intimer Momente. Die Französin lichtet Ikonen ab oder hat sie durch ihre Bilder zu welchen gemacht, fotografiert gegen das Establishment und ebenso für Monsieur le Président.  Mal unfassbaren Kitsch für Magazine, dann wieder kompromissloser Artcore. Eine Werbeportion Haute Couture, dann eine Überdosis Seelenabgrund in dunkelsten Farben - manchmal auch beides zusammen. Am liebsten als Akt. Bettina Rheims darf das. Bettina Rheims kann das. Und es wird sie auch niemand mehr davon abhalten. Weil die Rheims selbst längst eine Ikone ist.

 

Kolossal wie ihre künstlerische Karriere ist auch der retrospektive Bildband. Ein 600 Seiten-Monument von haltungsschadenförderlichem Gewicht. Doch eine Rheims schleppt man ja auch nicht profan durch die Gegend, sondern will an einem gut gewählten Ort studiert oder präsentiert werden. Fotografische Bühnenspiele mit Héroinen wie Tilda Swinton oder Milla Jovovich. Dazu ganz pur eine noch eher unschuldige Kate Moss, eine hochglänzende Karolina Kurková oder immerschöne Daryl Hannah. Dazwischen Elefantenbabies und Lenny Kravitz, Pariser Stripperinnen oder kirchliche Sündenfälle, Luxusfrüchte, Pillen, Alkohol. An sich schon eine grandiose Bilderfahrt durch Jahrzehnte. Zusätzlich bietet die Rheims-Zeitreise noch wirkungsvolle Widerhaken. Etwa die Strecken mit Schnappschüssen am Rande von Sets, Parties oder Privatem. Oder die Aufnahmen von Kim Harlow, der androgynen Schönheit, die Anfang der 90er an Aids starb. Ihre Geschichte hinterließ Spuren. Auch bei der Fotografin, die sich vehement für die Freiheit jedes Geschlechts einsetzt, voller Lust stets aufs Neue ein wildes Spiel mit Symbolik, Subtilität und Statements treibt. Ikonografie und Ikonen von einer Ikone. Seit über 35 Jahren. Da muss ein Buch schön schwer und kolossal sein. Hier als sehr gelungen komponiertes Fahrtenbuch durch die grobkörnigen und feingefilterten Welten der Bettina Rheims.

 

Wem das großformatige Editions-Buch immer noch nicht ausreicht,

besucht die "Retrospektive Bettina Rheims"

vom 15. April bis 12. Juni im "Fotografiska Museet" in Stockholm.

 

 

 

    


TASCHEN Verlag

598 Seiten

Englisch, Französisch, Deutsch

36,5 x 29 cm

Gebunden

59,99 Euro

ISBN 978-3-8365-5543-2    



HÔTEL DU NORD

Eugène Dabit

 

Als der Roman 1929 erschien, waren die Quais am Kanal St. Martin im Pariser 10. Arrondissement eine Gegend, in der man sich nicht länger als nötig aufhielt. Hier übernahmen die Eltern von Eugène Dabit ein Wohnhotel für Schiffer, Kutscher, Dienstmädchen und Modistinnen. Temporäre Heimat einfacher Leute statt mondäne Luxustätte. Schnörkellos protokollierte Eugène Dabit die Dramen und Wunder, welche sich dort abspielten. Er schuf einen wegweisenden Roman, der das Hôtel du Nord zum Mythos machte: “Ich höre andere Geschichten, die nie erfunden, befremdlich und literarisch sind, und ich finde das Leben darin, so wie es ist.“

 

Das Hôtel du Nord wurde 1993 nach Krisen und Kämpfen wiedereröffnet. Etwas Patina der Roman-Zeit hat überlebt. Das Café-Restaurant im Hause ist heute eine außerordentlich beliebte Adresse, die Mélange aus Stammgästen, Bobos und Touristen ein Erlebnis. Als Amuse-Gueule dazu gibt es eine klare Empfehlung – dieses Buch.   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Schöffling Verlag

224 Seiten

21 x 13 cm

Gebunden mit Schutzumschlag

19,95 Euro   

ISBN 978-3-89561-166-7

Auch als E-Book erhältlich



DU BELLST VOR DEM FALSCHEN BAUM

Judith Holofernes

mit Bildern von Vanessa Karré

 

Die Hamburger Band "Wir sind Helden" habe ich nie gehört. Keine Ahnung, ob das nun gut oder nicht so gut ist, um Texte der Sängerin Judith Holofernes zu lesen. Tiergedichte. Extrem schön illustrierte Tiergedichte. Für zu Hause taugt das nicht, so etwas muss in die Welt. Also nahm ich das Buch mit. Tiere und Kinder gehen immer gut. Dachte ich. Las zwei bezaubernden achtjährigen Mädchen die ersten Gedichte vor. Gekicher, angenehmes. Bis wir beim Oktopoden ankamen: "Haben Oktopoden Hoden? Zwei? Vier? Okto-Klöten? Hoden bis zum Meeresboden? Hamse! Wo denn?" Danach führten Vorleser und Zuhörerinnen ein – nach Ansicht der Zuhörerinnen – zu kurzes Gespräch über Sinn oder Unsinn von Okto-Klöten. Der Mutter der beiden achtjährigen Oktopodierten fand die Labradoodle-Verse witziger.

 

Für das gehobene Kulturpublikum ist auch ein Fundstück dabei: "Lemur, der du/Nurejew gleich/Figuren tanzend/schwebend, leicht/in deinem Unsinn unerreicht/uns zeigst des Urwalds Unsinn - / (dass alle Dinge pur sind)". Geht doch. Viel herrlicher Unsinn. Kurzweilige Wortspielereien, irgendwo zwischen rotzfrechem Großstadtcharme, liebesschmeichelnder Buchstabenverführung und charmanter Hinterfragung des technologiegeglätteten Alltags. Muss man nicht ernst nehmen – sondern darf stutzig kopfschüttelnd lächelnd machen. Passend zur Weihnachtszeit schreibt Judith Holofernes: "Ren, Tier, ren so schnell du kannst!/Der Mann da mit dem fetten Wanst/der sagt, er will dein Bestes/(im besten Sinn des Festes)/dich belädt mit Tand und Nippes …" Dieses Buch nimmt das Rentier gerne mit. Zur Not klammheimlich. Für die aberwitzige Verschnaufpause zwischendurch, während der Typ mit dem Wanst die Playstations, Smartphones und Barbie-Plastikmädels ausliefert. 

 

 

 

 

 

 

 

 


Tropen Verlag

104 Seiten

24,5 x 17,5 cm

Gebunden

17,95 Euro

ISBN 978-3-608-50152-0

Auch als E-Book erhältlich



DIE FRAU, DIE ICH SEIN WOLLTE

Diane von Fürstenberg

 

Um dieses Buch wurde viel Schmus gemacht. Modemagazine, Feuilletons und Yellow Press versuchten sehr oder weniger gelungene Hofknickse vor der Frau, die in den Forbes-Listen regelmäßig zu den einflussreichsten Menschen der Welt gezählt wird. Vor Diane von Fürstenberg.

 

Der Schöpferin des ikonischen Wrap Dress, des Wickelkleides, mit dem sie sich 1974 in den Modehimmel schoss und das sie später fast in den Ruin trieb. Dem schockcoolen It-Girl aus dem Studio 54, das mit ihrem damaligen Mann Eduard Egon Prinz von Fürstenberg New Yorks Bohème aufmischte. Der stolzen Schönen, die Muse von Andy Warhol oder der Maler Julian Opie und Chuck Close war. Dem generationenübegreifenden Role Model. Der Queen des Home-Shoppings und der Fifth Avenue-Boutiquen. Der Erfolgs-Frau, der sie neidisch-ehrfurchtsvoll den Namen ‚Diane, the Huntress’ – Diane, die Jägerin - gaben. Sie selbst nimmt das eher lässig: ‚Ich wollte ein Männerleben in einem Frauenkörper - und Männer jagen nun mal.’

 

Ein atemberaubendes Jagdleben. DVF ist ein weltweites Imperium. Der Weg dorthin war kein pinkgesprenkelter Prinzessinnenspaziergang. Mit dem Erfolg musste sie immer schneller rennen, schreibt sie. Und lief ungebremst gegen die Wand: ‚Mit fünfundzwanzig war ich ein Wunderkund gewesen. Jetzt, mit vierzig, war ich weg vom Fenster.’ Doch durch sehr viel Leidenschaft und noch mehr Arbeit kam sie zurück. Ebenso durch wahre Freunde und Weggefährten, darunter ihrem heutigen Ehemann Barry Diller, die mit ihr durch die Stürme gingen – und nicht nur auf Champagner-Empfänge.

 

Hilfreich war dabei wohl auch ihr großer Stolz, vererbt von ihrer belgischen Mutter, die als 22-jährige Jüdin die Konzentrationslager Auschwitz und Ravensbrück überlebte. Am Ende mit nur noch 55 Pfund auf zarten Knochen. Sieben Jahre später stand dieselbe Frau mit ihrer kleinen Tochter Diane auf dem Basler Bahnhof. Elegant gekleidet, stolz, schön und ungebrochen. Ihre Tochter erzog sie mit einer klaren Haltung: Unabhängigkeit. Freiheit. Selbstvertrauen.

 

So beschreibt es Diane von Fürstenberg gleich im ersten Kapitel ihres Buchs, das eben nicht nur Fashion, Partys und Hautevolee abhandelt.  Unprätentiös, lebensklug und elegant. Hätte sie es nicht getan, wir hätten wohl keine so unterhaltsame lesende Nacht miteinander verbracht. Die Jägerin kriegt halt jeden. Weil sie es so will.    

 

 

 

 


Berlin Verlag

288 Seiten

22,5 x 14 cm

Gebunden

24  Euro

ISBN 978-3-8270-1290-6

Auch als E-Book erhältlich



HELMUT NEWTON: PAGES FROM THE GLOSSIES

June Newton und Walter Keller

 

Mit der einen Alice teilte er über 50 Jahre des Lebens. Die andere Alice bezeichnete seine Bilder als sexistisch, rassistisch und faschistisch. Auf die Worte der Frauenrechtlerin Alice Schwarzer konnte der in Berlin geborene und vor den Nazis geflohene Sohn einer jüdischen Unternehmerfamilie wohl verzichten. Die Worte von Alice Springs bedeuteten Helmut Newton deutlich mehr. Alice Springs ist das Künstlerpseudonym von June, seiner Ehefrau, Beraterin, Kollegin und Muse. 1972 fotografierte er sie in dem Augenblick, als sie sich mit entblößtem Dekolleté am Küchentisch ihrer Wohnung in der Pariser Rue Aubriot eine Zigarette anzündete. Eine selbstbewusste Frau, die Newton liebte. Ohne sie – und die Ausbildung bei der legendären Berliner Fotografin Yva - wäre er vermutlich nicht so berühmt geworden.

 

1956 produzierte Helmut Newton seine erste Strecke für die australische VOGUE. Sieben Jahre später sorgte er in seiner Geburtsstadt für einen Aufreger, als er ein Model als Mata Hari vor der Berliner Mauer postierte. Fotografische Skandale wurden zum Newtonschen Gesetz. Models in Pelz, die mit geballter Revolutionsfaust Fur Power ausriefen. Die strenge Platinblonde Nadja Auermann, hochhackig im Rollstuhl sitzend. Oder ein geschlachtetes Huhn, dem eine mit Bulgari-Schmuck behangene Hand die Innereien entnimmt. Szenen zwischen Trivialität und Weltruhm.

 

Aus tausenden Zeitschriftenseiten, die er im Keller hortete, aber eher als lästiges Gepäck seines Welten-Wandertums empfand, schuf June Newton eine über 500 Seiten umfassende Reise durch den Geschmack von vier Dekaden. Dazu Anmerkungen des Fotografen, stets in dieser Launigkeit, mit der Newton Zeit seines Lebens offen ließ, ob er die Glamour-Welt, in der er arbeitete, faszinierend, amüsant oder erbärmlich fand. Sehr gern bezeichnete er sein Tun als Spiel.

 

Das Buch ist es mehr als eine schwergewichtige Devotionalie auf dem Fashion-Altar. Es sind über zweieinhalb Kilo prämierte Fotokunst, Stil-Wegweiser, Fetisch-Abgrundbilder, Glamour-Hochglanzware. Erstmalig 1998 im Schweizer Scalo-Verlag erschienen, jetzt brillant vom Taschen-Verlag wieder in die Welt gebracht. Auch als herzliche Einladung zur gleichnamigen aktuellen Ausstellung der Helmut Newton Stiftung im Berliner Museum für Fotografie. Sie endet am 22. Mai 2016. Die Kontroverse um die Bilder Helmut Newtons wird dieses Datum deutlich überdauern.

 

 

 


Taschen Verlag

523 Seiten

29,7 x 22,2 cm

Gebunden

Englisch, Deutsch, Französisch

39,99 Euro

ISBN 978-3-8365-449-0    



LICHT  UND  SCHATTEN  IN  NAMIBIA

Anna Mandus

 

Namibia ist ein Ganzjahres-Urlaubstraumziel. Über 86.000 deutsche Touristen waren 2014 dort. "Jerries" nennt man Deutsche in dem afrikanischen Land. Etwa ein Drittel der weißen Bevölkerung spricht Deutsch, Weißwürste sind Teil des Supermarkt-Repertoires und die ‚Allgemeine Zeitung’ ist die älteste des Landes. An einigen Orten fühlt man sich, wie in eine andere Zeit hineingefallen. Manchmal tief in die Vergangenheit des Staates, der zwischen 1894 und 1915 Deutsch-Südwestafrika hieß. Namibia. Das wunderschöne Land mit seinen auch hässlichen Kapiteln, geschrieben von wechselnden Besatzern, Apartheid, Krisen und Kriegen. Alt und jung zugleich ist Namibia, das erst 1990 unabhängig werden durfte.

 

Anna Mandus lebte in diesem Ganzjahres-Urlaubstraumziel, beschreibt den Vielvölkerstaat, der sich seinen eigenen Weg zwischen uralten Traditionen und modernen Herausforderungen bahnt. Jenseits von Safari-Pfaden, Lodges und Strandtüchern reist man mit ihr durch die südwestafrikanische Erstaunlichkeiten. Da ist die Weite des Himmels, die Magie der Nationalparks, der Zauber von Sanddünen und Robbenbänken zwischen Namib-Wüste und Atlantik, die Leidenschaft der Namibier für den Rugby-Sport oder gegrillte Oryxantilopen-Filets. Und da sind auch jene Schattenseiten, die mehr sind als nur niedliche Hippos am Okavango-Fluss, die zur tödlichen Gefahr werden können. Massiver Alkoholmissbrauch, häusliche Gewalt, Armut oder Aids sind in Namibia mindestens ebenso lebensbedrohlich.

 

All das hat Anna Mandus liebevoll wie unverblümt in Begegnungen verpackt. Mit stolzen Ovambo-Männern und königinnengleichen Herero-Frauen, adrenalinstrotzenden Trophäenjägern und selbstbewussten Unternehmerinnen, in Schulen und Krankenhäusern, auf Hundewiesen und im Busch. Ein kluges Lese-Tagebuch für Sehnsuchtsreisende und Neugierige, die Namibia mit allen Facetten kennenlernen möchten. Was übrigens bei der besonderen Haptik des Cover-Designs beginnt. Licht und Schatten kann man schon hier mit den Händen ertasten.   

 

 

 


Palmato Publishing

205 Seiten   

19,5 x 12 cm           

Softcover

14,99 Euro

ISBN 978-3-946205-00-5



KÖNIG  DER  VERKRACHTEN  EXISTENZEN

Arthur Cravan

 

Einige Kunstschaffende unserer Tage sind gern sehr laut. Als vermeintlicher Mittelpunkt der Bohème, durch Provokationen und Skandale. Ein Glück für sie, dass ihnen Arthur Cravan auf keiner Vernissage begegnen wird. Denn er filetierte Maler und Dichter seiner Zeit mit messerscharfen Zeilen oder drohte ihnen Fausthiebe an. Vermutlich 1919 ist Arthur Cravan mit einem Boot vor der Pazifik-Küste Mexikos verschollen.

 

Er war ein Surrealist, bevor diese Kunstrichtung in Mode kam, ein Mann, der sich selbst überschätzte und gewaltig laut werden konnte, wenn man ihm genau das vorwarf. Kritikern begegnete der aufbrausende Hüne mit Worten unter der Gürtellinie oder Schlägen darüber. Cravan war Neffe von Oscar Wilde, französischer Boxchampion, Herausgeber einer Kunstzeitschrift, Hochstapler, Hoteldieb, Provokateur, Weltkriegs-Deserteur, Thronprinz von und zu Aufruhr und eben König der verkrachten Existenzen. Bewundert, gehasst und insbesondere von der weiblichen Bohème verehrt. Unter anderen für solche Sätze: "Was man im Salon vor allem bemerken wird, ist der Raum, den die Intelligenz unter den sogenannten Künstlern einnimmt. In erster Linie finde ich, dass die erste Bedingung für einen Künstler ist, schwimmen zu können."

 

Pierre Gallissaires und Hanna Mittelstädt haben die Schriften des grenzenlos Skandalweltreisenden übersetzt, detailreich in Wort und Bild begleitet. Ein wilder Rausch durch eine mondäne und kaputte Zeit. Skrupellos, treffend, peinlich, politisch inkorrekt. Das ideale Begleitbuch, für alle, die beim Getränk im Kaffeehaus in die andere Seite der Zeit vor den Goldenen Zwanzigern abtauchen möchten. Und bei der nächsten Ausstellungseröffnung daran denken, dass die allerlautesten Kunstschaffenden manchmal nur besonders schlechte Imitatoren sind.         

 

 

 


Edition Nautilus

192 Seiten

mit zahlreichen s/w-Abbildungen

21,5 x 13 cm

Gebunden mit Schutzumschlag

22 Euro

ISBN 978-3-89401-814-6



BEST OF BRITISH

The Stories Behind Britain’s Brands

Horst A. Friedrichs, Simon Crompton, Toby Egelnick

 

Marken aus dem Vereinigten Königreich begleiten auch uns häufig durch den Alltag. Etwa Jacken von Barbour, Ledertaschen von Dunhill oder ein Pullover von John Smedley. Andere Marken führen dagegen den meisten Kontinentaleuropäern unbekanntes Inselleben. Mit großartigen Fotos und feinen (ausschließlich englischen) Texten gibt es hier mehr als nur werbende Einblicke in traditionsreiche britische Unternehmen. Jedes Kapitel gibt Entstehungsgeschichtendetails preis, ist zugleich Zeitreise und Plädoyer für handwerkliche Leidenschaft. In Manufakturen, die sich auch heutzutage in ihrer jeweiligen Sparte gegen deutlich größere Mitbewerber behaupten.

 

So ist etwa zu erfahren, dass aus einer Tragödie der legendäre Fahrradsattel von Brooks erfunden wurde. An einem Tag 1878 brach plötzlich das Pferd von John Boultbee Brooks zusammen und starb. Ein neues konnte sich Brooks nicht leisten, ein Freund lieh ihm sein Fahrrad. Für den Lederfabrikanten eine neue Erfahrung. Auch, dass damals ein Sattel eher ein Folterinstrument war. Brooks schwor, einen besseren zu erschaffen. Hat er wohl. Denn bis heute ist der lederne Briten-Sattel ein beliebter Velo-Begleiter. Da sind die feinen royalen Strickwaren von Corgi, die ihren Ursprung in groben Socken für walisische Bergleute haben. Die Werkstätten von John Smedley, die seit 1784 zu einem Produktionsdorf inmitten Englands wuchsen und heute eine der ältesten Fabriken der Welt bilden.  Oder die Anzugmacher von Anderson & Sheppard in der Old Burlington Street in London. Deren Qualität ist so exquisit, dass nicht nur Hollywood-Prominenz wie Fred Astaire oder Marlene Diedrich dort schneidern ließen. Auch Modemacher wie Tom Ford,  Manolo Blahnik oder Ralph Lauren stehen im Kundenbuch.

 

Klar und kurzweilig erzählt, elegant verwoben mit feinen Details.

Eine schöne Bilderreise in die britische Markeninselwelt.

 

 

 


Prestel Verlag

216 Seiten

250 Abbildungen

24 x 28 cm

Hardcover Halbleinen

49,95 Euro

ISBN  978-3-7913-4946-6



SOLONS VERMÄCHTNIS

Vom richtigen Zeitpunkt im Leben

Eva Gritzmann & Denis Scheck

 

Zornig zu sein mit Niveau ist eine Kunst. Über das Alter zu sprechen, ein zunehmendes gesellschaftliches Verbot. Damit wäre es verbotene Kunst, die Fernseh-Literaturgourmet Denis Scheck und die medienafine Medizinerin Eva Gritzmann gemeinsam mit Hochgenuss betreiben. Intelligent-unterhaltsam sezieren sie den schönen Schein des modernen Alltags, beschreiben ihre Begegnungen mit Menschen, die wirklich Unverschämtes tun. Sie alle haben sich nicht darum geschert, was man als nichtjunger Mensch angeblich nicht mehr tun sollte. Sie haben ihr Leben noch einmal sehr gründlich verändert. Der Fast-Food-Junkie, der zum Gourmet-Kritiker wird. Das Erfolgs-Paar, das Glück in Apfelbäumen findet. Der Schriftsteller, der sich für das Zocker-Leben begeistert.

 

Vordergründig geht es im Buch um kulinarische Entdeckungen, um Reife und Genüsse. Und manche Mogelpackung, die der Fortschritt uns ab und zu gerne präsentiert. Dazwischen streuen Gritzmann und Scheck Gedanken mit der Schärfe von Chilischoten und servieren Zwischengänge zurück in die Antike. Dort sinnierte der Staatsmann und Feindenker Solon bereits Dinge, wie die Lehre von den sieben Reifestadien des Menschen. Und über Kairós, den Gott des passenden Moments. Den Augenblick, in dem jeder Mensch selbst sein Leben verändert. Unabhängig davon, welches Alter seinen Ausweis ziert. Der Augenblick, in dem man tut, wonach einem wirklich ist. Und nicht hysterisch wird, weil einem Jugend-Hype umzingelt. „Es ist höchste Zeit, erwachsen zu werden“, schreibt dazu das klug kämpferische Autoren-Duo. Das macht es einfach gut.    

 

 

 

 

 


Berlin Verlag

256 Seiten

12,6 x 19,7 cm

Gebunden

22  Euro

ISBN  978-3-8270-1098-8

Auch als Kindle Edition erhältlich