KARLAs KOLUMNE No. 02

 

 

Zu dick. Zu dünn. Zu groß. Zu klein. Zu irgendwas sind wir immer. Vor allen Dingen sind wir meistens total richtig und die BeWERTungen falsch. Bereits in der Kindheit werden wir in Schubladen gesteckt und Erwartungen unterworfen, werden aufgrund von Alter, Geschlecht und Herkunft einsortiert und kommen schon bald nicht mehr aus den erlernten Mustern raus Wir sitzen über ein Jahrzehnt in der Schule, lernen Formeln, Vokabeln und Geschichtsdaten auswendig, aber nichts über Achtsamkeit, Werte und Selbstbewusstsein. Statt dessen entwickeln sich schon die Teenagerjahre zum Trainingslager im Neiden, Lästern und Abwerten - ausgerechnet dann, wenn Körper & Herz in der Wachstumsphase noch am meisten von dem Dünger aufsaugt, den sie bekommen. Zudem grüßt bereits ab Kleinkindalter täglich das konsumgeile Murmeltier: wer kein Problem hat, kauft auch nichts dagegen und bringt keinen Umsatz für die milliardenschwere Kosmetik- und Bekleidungsunternehmen. Die weltweit triggernde Lifestylebranche überlebt zum Großteil nur dadurch, dass sie uns von Bildschirmen, Plakatwänden und Musikvideos heraus im Sekundentakt ein schlechtes Gewissen bereiten:

 

 

Falten, Dellen, trockene Stellen? Die Kleidung aus der letzten Saison? Die Brüste nicht weit genug oben, das Haar nicht glatt genug, die Schuhe ohne rote Sohle? Nicht der schnellste Sportwagen, die Einrichtung aus den Designkatalogen und das Smartphone ist schon zwei Jahre alt? Die Familie lächelt nicht instagramtauglich und Dein #NewWorkHomeoffice Style ist nicht fancy genug? Wir sollen Dinge kaufen, die eine Leere füllen, die wir ohne die triggernde Werbung dazu gar nicht hätten. Dinge, die dafür erst Lücken schaffen, die die Gesellschaft im ständig zunehmenden Kreislauf der Wertillusionen stetig mehr auseinanderreißen. Aber es sind eben nicht allein die Unternehmen, die nie betretbare Luftschlösser verkaufen. Der schlimmste Feind sind wir uns meist längst selbst geworden und wir haben die Bewertungen & den Pessimismus bis in die kleinste Zelle übernommen.

 

 

Der schlimmste Feind sind wir uns

meist längst selbst geworden.

 

Wenn Du nackt vor den Spiegel trittst, Dich von oben bis unten im Tageslicht betrachtest – wie viel Liebe legst Du in Deinen Blick? Wie viel Anerkennung, Respekt und Wertschätzung gibst Du Dir? Jedes schlechte, angsterfüllte, negativ bewertende Urteil vergiftet Stück für Stück die Beziehung zu uns selbst und der Umgebung, jeder Gedanke, jedes Gefühl, jeder Instagramkommentar. Du isst täglich Deine Obstschale mit Chia-Samen, trinkst frisch gepressten Gemüsesaft und zählst die Schritte – aber auf die Gesundheit Deiner Gedanken und Gefühle achtest Du nicht? Wenn wir uns selbst nicht mögen & den eigenen positiven Wert nicht sehen können oder wollen, spiegeln wir das auch nach außen. Wie können wir unseren Liebsten gegenüber etwas geben, das wir eigentlich selbst gar nicht haben?

 

 

Also fangen wir am besten direkt in uns an, oder um Rumi zu zitieren: „Gestern war ich klug und wollte die Welt verändern. Heute bin ich weise und möchte mich verändern.“

Ein bisschen Lästern in der Teeküche, die neidischen Kommentare auf den sozialen Netzwerken, der pessimistische Blick in den Spiegel am Morgen und Abend. Wir steigen freiwillig in einen Kreislauf der Negativität – der Blick gen Dunkelheit ist eine Entscheidung gegen uns selbst und gegen Andere.

 

„Gestern war ich klug und wollte

die Welt verändern. Heute bin ich

weise und möche mich verändern.”

(Rumi)

 

Positives Denken, Fühlen und Handeln ist nicht nur nachweislich gut für die körperliche Gesundheit, sondern unterstützt als grundlegende Einstellung alle Bereiche unseres Lebens und Liebens. Das bedeutet nicht, die Probleme, Herausforderungen und Schattenseiten auf dieser Welt zu ignorieren – wir unterscheiden nur besser darin, worauf wir Einfluss haben – und gehen dann direkt aktiv in die Veränderung – und worauf nicht, das werden wir dann aber durch Verharren im Problem auch nicht lösen können.

Wenn wir uns über Andere aufregen, zeigen wir meist unsere eigenen Schmerzen und Ängste auf. Wenn wir uns über das Aussehen unseres Gegenübers lustig machen, sind wir oft selbst mit uns nicht zufrieden und reagieren aus Angst, nicht aus Empathie.

Schaffst Du es, einen kompletten Tag lang nicht negativ zu bewerten? Den Alltag anzunehmen, zu genießen und sowohl über Andere als auch über Dich selbst nur positiv zu denken – on- als auch offline?

 

 

Negativ (Neid & Abwertung) Wenn ich mir diese Instagramhasen so ansehe, nur auf Abnehmen getrimmt und wie sie sich billig im Bikini präsentieren, schlampig. Ich muss mich um die Kinder kümmern und die haben Zeit fürs Fitnesscenter. Nichts im Kopf, aber dafür Silikon im Körper. Verkaufen sich für irgendwelche Kooperationen, anstatt sich mal um Sinnvolles zu kümmern. Noch nicht mal Mitte 20 und schon durch die Welt jetten und die Umwelt verpesten und dann übers Leben posten, als ob sie schon alles wüssten. Aber die werden auch noch merken, dass es nicht nur rosige Zeiten geben kann!

 

Positiv (Inspiration und Dankbarkeit):

Toll, dass diese jungen Frauen inzwischen so eigenständig Karriere machen und mit großen Firmen kooperieren! Sie motivieren mich richtig, auch mal wieder Sport zu machen und auf meine eigenen Hobbies zu achten – vielleicht finde ich eine Möglichkeit, die Kinder zu integrieren, so dass wir gemeinsam mehr an die frische Luft kommen? Allein ins Fitnesscenter gehen ist ja glücklicherweise nun keine Option mehr. Wie toll, dass ich nun mein eigenes kleines Motivationsteam und wir gemeinsam die schwierigen Zeiten so gut wie möglich überstanden haben.

 

 

Nicht alles im Leben ist positiv, aber unser Blick darauf kann es sein – er sollte es sogar. Kannst Du Dir selbst in die Augen sehen und Dir Komplimente machen? Kommst Du durch den Verkehr und durchs Büro, ohne Dich sinnlos über die Dinge aufzuregen, die eh nicht in Deiner Macht liegen?

 

Welche Änderungen könntest Du dir

vorstellen und in den Alltag einbauen,

damit du einen optimisterischen Blick

auf die Welt entwickelst?

 

Achte auf Deine Gedanken und Worte und notiere 24h lang mit einer Strichliste jedes negative Urteil, das Du fällst – und wage den Blick dahinter. Würdest Du selbst gern von Anderen so gesehen werden? Es dem/-derjenigen auch laut sagen, es Dir selbst ins Gesicht? Gibt es Gründe, weshalb Du so viel Neid, Wut, Eifersucht und Angst in Dir trägst und gegen innen und außen richtest? Überlege, ob Dich diese Einstellung tatsächlich weiterbringt und falls nicht – kannst Du dies im zweiten Schritt in etwas Positives überführen? Welche Änderungen könntest Du Dir vorstellen und in den Alltag einbauen, damit Du einen optimistischeren Blick auf diese Welt entwickelst? Auch seelisches Training bedarf täglicher Übung, viel Geduld und der richtigen Umgebung, der Selbstliebemuskel wächst durch Aufbauarbeit. Aber wagen wir nicht nur den Blick ins Licht, sondern auch die Veränderung von der Theorie in die Praxis, merken wir sehr schnell eine Heilung und entsprechende Erfolge. Hier der neue Anfangssatz für den Tag: „Ich. Bin. Wundervoll.“  Spoiler: Du auch!

 

 

 

 


Bei Fragen oder Rückmeldungen

zur Kolumne gerne per Mail an: Karla.Paul@Buchkolumne.de


Mehr Inspiration zum Weiterlesen!

KARLAs BUCH-TIPPS

 

Mit viel Witz, Charme und Humor gibt die „Queen“ Nicole Staudinger Tipps für den Umgang mit den schwierigen Momenten

des Lebens. Jeder erlebt einmal Rückschläge, Krisen oder doofe Tage. Doch woran liegt es, dass die einen daran zerbrechen und die anderen scheinbar locker damit fertig werden? Und was ist eigentlich ein Schicksals-schlag, was eine Lappalie –und wer bestimmt das?

 

Stehaufqueen

14,99 € / Droemer Knaur

ISBN 978-3-426-78964-3


 

Urteile über uns selbst und andere vergiften unser Leben. Wann immer wir urteilen, fühlen wir uns einsam und unglücklich. Denn dann sind wir nicht mehr im Einklang mit unserer wahren Natur, die aus Liebe, Güte und Mitgefühl besteht.  Die Bestsellerautorin und bekannte spirituelle Lehrerin Gabrielle Bernstein beschreibt, wie sie selbst lange das Gift des Urteilens in sich spürte und zeigt ein ebenso einfaches wie wirksames 6-Schritte-DETOX-Programm, mit dem sich jeder davon befreien kann.

 

Judgement Detox
20 € / Arkana
ISBN 978-3-442-34238-9


 

Dieser Ratgeber vereint moderne Psychologie und Neurowissenschaft, wirksame Coachingtechniken und das jahrhunderte alte Wissen des Ayurveda und Yoga. Motivierende Texte, eine klare Struktur und jahreszeitliche Inspirationen, wie Rezepte und konkrete Übungen, machen Veränderungen leicht

und sorgen für Bewegung im eigenen Leben. Gestalte das Leben, das du leben willst. Verändere, was dir nicht gut tut. Etabliere Dankbarkeit für alles, was dich glücklich macht. Starte jeden Tag mit einer Intention. Dieses Buch hilft dir dabei.

 

Glücksjahr 2019
für Körper, Geist & Seele
29,90 € / Musketier Verlag
ISBN 9783946635062

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