KARLAs KOLUMNE No. 03

 

 

 

Die eigenen Möglichkeiten besser schätzen und fördern, den Respekt in der Gesellschaft stärken – Moka Autorin Karla Paul widmet sich in ihrer „Wert.Voll“ Kolumne regelmässig Ansätzen zur gemeinsamen Wertschöpfung.

 

 

 „Über Geld spricht man nicht!“ Doch.

Tabuthemen gehören ab sofort der Vergangenheit an.

 

Wenn wir unser ganzes Leben als eine Wertanlage betrachten, unsere Zeit, unsere Handlungen, unsere Erfahrungen – dann sollte sich das nicht nur emotional auszahlen, sondern auch finanziell. Geld ist nicht alles, aber es bietet Sicherheit und Möglichkeiten und: wir sind es wert. Wir verdienen es, wortwörtlich. Täglich verhandeln wir mit anderen Menschen über unseren Wert und wenn das Gegenüber gewinnt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass wir dafür bezahlen müssen.

 

 

Wer bestimmt eigentlich,

ob wir etwas wortwörtlich verdienen

oder nicht und warum? 

 

Trotzdem ist Geld gerade in Deutschland weiterhin ein unbeliebtes Thema, wir haben Sorge, dumm zu wirken, arm oder dass das Gegenüber vielleicht neidisch ist. Oder finden wir gar heraus, dass die Kollegin für gleiche Arbeit mehr erhält und haben selbst nicht den Mut, dies für uns einzufordern? Wer bestimmt eigentlich, ob wir etwas wortwörtlich verdienen oder nicht und warum? Ohne den notwendigen Austausch können wir es auch nicht einschätzen, nicht lernen, entdecken keine neuen Wege und bleiben unter unseren Möglichkeiten. Wir folgen Influencer*Innen, die uns im Bereich Fitness motivieren und kucken kostenlose Online Tutorials für die Thermomix Nutzung, inspirieren uns zu plastikfreiem Leben und posten Stylingtipps. Aber hast Du auch schon mal an einer Finanzchallenge teilgenommen? Kennst Du Deine aktuelle Rentenauszahlung? Hast Du einen Stundenlohn oder gar Vorbilder im Bereich Einkommen / Verhandlung / Wertsteigerung? Wie bist Du versichert? Welche Kosten kommen in diesem Jahr auf Dich zu?

 

Wenn Dir bereits diese wenigen Fragen Unbehagen bereiten, wenn Du Bauchschmerzen beim Öffnen von unbekannten Briefen hast, wenn Dich eigentlich schon länger ein unangenehmes Gefühl von „Ja, das wäre schon wichtig, ich sollte mal, aber weshalb ist das alles so kompliziert“ begleitet, ist genau jetzt der beste Zeitpunkt für die Veränderung.

 

Oft sind finanzielle Themen von negativen Emotionen begleitet, die wir aber – wie in allen anderen Bereichen auch, auflösen und in positive Angewohnheiten umändern können. Lassen wir uns passiv treiben, oder gehen unsere Möglichkeiten aktiv an und übernehmen Selbstverantwortung? Wie fühlt sich das eigene Verhältnis zu Geld an und woran liegt das? Welche Glaubenssätze verbinden wir damit? Manchmal denken wir unbewusst, wir wären es nicht wert, was sich dann meist auch in anderen Bereichen aufzeigt. Wir gehen mit diesem Gefühl bereits in Verhandlungen, lassen uns schneller klein reden und geben uns mit zu wenig Wertschätzung zufrieden, weil wir sie uns nicht einmal selbst zusprechen würden. Wer am sogenannten „Impostor“ Syndrom leidet, wer Komplimente, Aufmerksamkeit, professionelles Lob nur schwer annehmen kann, der fordert auch eher selten finanzielle Anerkennung für die eigene Leistung ein.

 

 

Unser täglicher,

positiver Glaubenssatz

in allen Bereichen sollte lauten:

„Ich bin es wert.“

 

Wer dies noch nicht verinnerlicht hat, kann es sich z.B. auf kleinen Post-It’s vermerken und neben dem Bett, am Badezimmerspiegel sowie auf dem Tagebuch! Wer nicht so recht daran glauben mag, dem hilft eine Konfrontation mit der Realität und die regelmässige, schriftliche Beantwortung folgender Fragen (die Antworten sollten wir sowieso für jede Bewerbung, jede Gehaltserhöhung, jede Verhandlung kennen und leben):

  • Was kann ich besonders gut?
  • Wo liegen meine emotionalen und fachlichen Stärken, wie und wann setze ich diese ein? Wie fördere ich sie jeden Tag und bekomme ich eine Anerkennung dafür und von wem?
  • Welche Erfahrung habe ich? Wie viele Jahre Ausbildung, Weiterbildung, private und berufliche Expertise bringe ich in meinen Bereichen mit ein und wie wird dies im Durchschnitt vergütet? Was kann ich tun, um die Wertschätzung zu steigern?
  • Was leiste ich jeden Tag? Wo geht meine Zeit hin, meine Energie, wem helfe ich wie weiter und weshalb bin ich ein Gewinn und sollte entsprechend bezahlt werden?
  • Wie kann die Leistung sichtbarer gemacht und mehr finanzielle Entlohnung dafür eingefordert werden?
  • Was möchte ich morgen für welchen Betrag leisten und den Tag danach?
  • Wo habe ich noch Schwächen und wie kann ich diese zukünftig regelmässig angehen? Was kann und muss ich dafür tun, um mich und mein Umfeld zu verändern?

 

Wer auf manche Fragen keine Antwort findet, kann sich mit Familie und Freunden besprechen, entsprechende Portale im Internet besuchen und ein berufliches Feedbackgespräch einfordern. Oft hilft der Blick von aussen, wenn wir ihn ebenso kritisch wie positiv annehmen können. Emotionale Probleme mit finanziellen Gegebenheiten begründen sich ebenso oft schlicht auf mangelnder Übung und fehlendem Wissen – beides kann verändert werden.

 

Es gibt inzwischen viele Bücher, Plattformen und Anlaufstellen für Finanzangelegenheiten in jedem Einkommensbereich, Verhandlungstrainings, Foren für anonymen Austausch ebenso wie offizielle Förderstellen vom Staat. Je besser wir unseren eigenen Wert kennen und je mehr wir über unsere Probleme wissen, desto besser können wir an den Lösungen arbeiten und auch am Aufbau zukünftiger Wertsteigerung.

 

Das ist nicht immer einfach, aber:

Du bist es wert.

 

 

 

 

 

 

 

Illustration: redfries-Posterkalender/DUMONT Kalenderverlag


Bei Fragen oder Rückmeldungen

zur Kolumne gerne per Mail an: Karla.Paul@Buchkolumne.de


Mehr Inspiration zum Weiterlesen!

KARLAs BUCH-TIPPS

 

Finanziell unabhängig und selbstbestimmt – dieses Buch zeigt, wie’s geht! Bei 75 Prozent aller Frauen in Deutschland wird die Rente später unter 400 Euro liegen. Warum? Weil Frauen immer noch weniger verdienen und ein Mann keine Altersvorsorge ist. Natascha Wegelin ruft Frauen dazu auf, sich selbst um ihre finanziellen Angelegenheiten zu kümmern und sich von Staat und Partner unabhängig zu machen.

 

Madame Moneypenny

10,99 € / rororo

ISBN 978-3-499-63374-4


 

Geld und Glück fallen nicht vom Himmel – Helma Sick ist durch ihre jahrzehntelange Finanzberatung und ihre »Brigitte«-Kolumne zu einer Institution geworden. Zum ersten Mal gibt sie Einblick in ihre spannende Lebensgeschichte. Erfolg und Selbstbewusstsein wurden ihr keineswegs in die Wiege gelegt, sondern unter harten Bedingungen selbst erarbeitet. Das beschreibt sie ohne Selbstmitleid und mit einer anpackenden Haltung, die Mut macht, das eigene Leben in die Hand zu nehmen.

 

Aufgeben kam nie in Frage
20 € / Kösel
ISBN 978-3-466-34684-4


 

Geld bedeutet Unabhängigkeit. Auch heute noch verfügen Frauen meist über weniger Einkommen als Männer. Viele von ihnen arbeiten zudem Teilzeit. Dieser Ratgeber zeigt Frauen – ob mit Partner oder als Single – wie sie ihre Finanzen planen, in Gehaltsverhandlungen bestehen, Unterhalt für die Kinder einfordern, staatliche Hilfe nutzen oder fürs Alter vorsorgen.

 

Finanzplaner Frauen
19,90 € / Stiftung Warentest
ISBN 978-3-86851-292-2

 



 

Let’s talk about Money –

die kleine Finanzchallenge zur Wertsteigerung!

Lade dir hier die Arbeitsblätter runter und lege direkt los.

Viel Erfolg!

 

KARLAs KOLUMNE No. 03 – Arbeitsblätter

Download
KarlasKolumne-No-03.pdf
Adobe Acrobat Dokument 465.5 KB



2015 – 2019 © Enja Jans   –   MOKA Publishing   –   all rights reserved