KARLAs KOLUMNE No. 01

 

 

Hast du in letzter Zeit einmal über den eigenen Wert nachgedacht? Vielleicht kommt dir bei dieser Frage gleich der letzte Brief zur Lebensversicherung in den Sinn oder der Wunsch auf eine Gehaltserhöhung. Mit Wert wird heute schnell der Leistungsgedanke verknüpft, Finanzen, Einkommen, Steigerung, Effizienz – vor allen Dingen Geld. Das ist prinzipiell nichts Schlechtes und es ist stets sinnvoll, sich über den aktuellen Kontostand und die zukünftigen Planungen im Klaren zu sein. Über Finanzen sprechen wir im Lauf dieser Kolumnensammlung auch noch ausführlicher, aber eine höhere Priorität sollten für uns im Alltag und Lebenszyklus charakterliche Werte haben – denn darüber definieren wir nicht nur unseren „Preis“ für die, die uns nahestehen und auf deren Beziehung Geld keinen Einfluß hat, sondern vor allen Dingen die Beziehung mit uns selbst. Wir richten unser Leben im Idealfall danach aus, was uns wichtig erscheint und welche Werte wir in unserer Umgebung und im Gesamtbild stärken wollen. Die Gesellschaft belohnt im Idealfall Eigenschaften, die laut unserer Moral wichtig für ein positives Miteinander sind und grenzt diejenigen aus, die sich nicht an soziale Spielregeln halten. Wie immer haben wir Freiräume und Grauzonen, aber vielleicht können wir uns auf ein paar einfache Beispiele einigen und du kannst gern in Gedanken für dich noch ergänzen:

 

POSITIV: Mithelfen, Aufhelfen, Zusammenhalten. Unterstützen. Sich füreinander einsetzen und füreinander einstehen. Toleranz und Respekt wahren. Friedliche Lösungen suchen und umsetzen. Nachhaltig und gesund denken und arbeiten.

NEGATIV: Gewalttätig kommunizieren. Hetzen, Mobben, Niedermachen. Kriminell handeln. Neidisch, wütend, verletzend agieren und reagieren. Grenzen und Rechte missachten. Kurzfristig und egozentrisch denken und arbeiten.

 

Das scheint erst mal klar und diese sozialen Verhaltensregeln wurden uns meist bereits in der Kindheit vermittelt. Aber zwischen Wissen und Handeln gibt es manchmal Unterschiede, die uns gar nicht so richtig bewusst sind. Jetzt sehen wir uns mal die Werte an, die dahinter liegen und die für uns je nach Gesellschafts- und Lebenssituation mehr oder weniger wichtig sind, sich teilweise ausschließen oder ergänzen.

 

Hier wiederum einige Beispiele (eine größere Liste findest du im verlinkten PDF unten):

Freiheit, Macht, Zuverlässigkeit, Fürsorge, Toleranz, Natur, Gerechtigkeit, Sicherheit, Anpassung, Bescheidenheit, Tradition, Zusammenhalt, Mitgefühl, Selbstbestimmung, Kreativität, Flexibilität, Vielfalt, Treue, Perfektion, Gesundheit …

 

Bei welchen Worten hast du

innerlich zugestimmt,

was liegt dir am Herzen,

wo findest du dich wieder?

 

Willst du eher Abenteuer oder Sicherheit, Tradition oder Aufbruch? Liegt dein Fokus auf dem eigenen Leben oder der Familie und Gemeinschaft? Notiere dir bei Gelegenheit und in Ruhe mal die für dich persönlich fünf bis zehn wichtigsten Werte auf einem Blatt Papier, ohne den Hintergedanken, was von außen gut oder schlecht besetzt wird. Nun überprüfe, ob du in der Realität auch danach handelst und sie im Alltag umsetzt. Entspricht dein Zeitplan und dein Privat- sowie Berufsleben tatsächlich dem Aufgeschriebenen? Wenn du die Menschen in deinem Umfeld dazu befragen würdest – hätten diese eine andere Antwort? Vertreten sie gar die gleichen oder ähnliche Werte oder stehen diese deinen entgegengesetzt? Wie ist dein aktueller Stand und was würdest du für die Zukunft gern verändern und in eine andere Richtung lenken? Denkst und sagst du nur, dass Dir z.B. Natur und Gesundheit wichtig sind, weil dies gesellschaftlich anerkannt und hoch priorisiert wird oder schaffst du auch tatsächlich täglich den Raum und die Tat dafür?

 

Manchmal gerät unser Wertebild

im Alltag mit unseren

Handlungen durcheinander.

 

Wir nehmen uns nicht die Zeit, uns neu zu orientieren, zu überprüfen und wieder den Weg einzuschlagen, der uns eigentlich liegt. Wir laufen der Werbung, den Perfektionismus vorgaukelnden Social Media Accounts oder den Vorstellungen derjenigen hinterher, die uns vermeintlich wichtig sind. Damit wir (mehr) Geld ausgeben und den Wegen des Wirtschaftssystems folgen, wird suggeriert, diese Wertvorgaben müssten von außen kommen – die innere Stimme wird immer schwächer und leiser, das Unwohlsein größer.

 

Ich persönlich wünsche mir wieder ein Miteinander, das sich über innere Stärken bindet und Schwächere damit auffängt. Für den Aufbau und Erhalt dieser Stärke, dem Einig sein mit sich sind wir als Erwachsene aber selbst verantwortlich. Nicht die Eltern, nicht der Lebensgefährte, nicht der Chef oder die Politik – allein wir selbst. Nicht immer ist es für jeden möglich, die Werte in dem Maß auszuleben, wie wir uns den Idealfall definieren und manchmal muss man sich für ein Aushalten von Gegensätzen bzw. Kompromissen entscheiden – aber es gibt in jedem Alltag und Leben kleinere bis größere Möglichkeiten, sich für positive Veränderung Raum und Zeit zu verschaffen. Zudem werden wir bei steigender eigener Zufriedenheit auch toleranter gegenüber anderen Entscheidungen und sind durch äußere Ereignisse weniger erschütterbar. Wer mit sich selbst friedlich und einheitlich lebt, Mut und Kraft aus dem selbst bestimmten Alltag zieht, wünscht es sich auch für andere Menschen und unterstützt das soziale Miteinander.

 

Wenn wir in Zukunft nicht von außen definiert werden wollen, sollten wir unseren eigenen Wert selbst klar kennen und entsprechend agieren – setze ihn für dich fest, bevor es Andere tun! Likes, Followerzahlen und die gesellschaftliche Anerkennung werden über die Wünsche, Vorstellungen und Werte Anderer definiert, die beständig wechseln und auf die du keinen Einfluß hast. In Teilen stimmen sie vielleicht mit dir überein, in anderen Bereichen nicht. Richtest du dich nach ihnen oder nach dir? Was für dich positiv oder negativ ist, wie du leben und arbeiten möchtest, hängt allein von deinen Werten ab. Schätze dich selbst als wertvoll ein und verteidige deine Entscheidungen mit klarer Haltung, setze deine Vorstellungen aber auch in Handlungen um – Aktion statt Reaktion. Verfolge, like und kommentiere doch mal dich selbst und sieh, ob der eigene Lebensfeed mit deinen Erwartungen und Wertvorstellungen mithalten kann – auch ohne Filter! Und, bist du schon Fan von dir?

 


Bei Fragen oder Rückmeldungen

zur Kolumne gerne per Mail an: Karla.Paul@Buchkolumne.de


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