Lena Kupke
Als Hanna nach ihrem Zusammenbruch aus dem Krankenhaus entlassen wird, steht nicht ihr Freund aus Berlin vor der Tür, sondern ihre Eltern. Und so landet sie mit sechsunddreißig wieder in Lüneburg – in diesem alten Zuhause, das sie gleichzeitig auffängt und sofort wieder klein werden lässt. In ihrem ehemaligen Kinderzimmer, inzwischen das Büro ihres Vaters mit schmalem Gästebett, Drucker und elektrischen Verdunkelungsrollos. Und zurück im Alltag ihrer Eltern mit all den vertrauten Ritualen und Eigenarten.
»Mich hat besonders berührt, wie Lena diese vertrauten Eltern-Kind-Momente beschreibt. Ein Blick des Vaters, ein vorsichtig hingestelltes Essen, ein bestimmter Tonfall – und plötzlich möchte man am liebsten zerfließen und das Erwachsenenleben an den Haken hängen. Aber dann passiert etwas sehr Schönes: Nicht, dass plötzlich alles gut wird, sondern dass ganz langsam und selbst in Momenten, in denen man in dieser neuen/alten Konstellation innerlich die Augen verdreht, so etwas wie Kraft und eine neue Perspektive entstehen. Als hätte man diese Pause dringend gebraucht und es nur nicht wahrhaben wollen…« Enja Jans, MOKA Herausgeberin
dtv
HC, 320 Seiten
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Miriam Carbe
Miriam Carbe ist das Kind, das ihre Mutter Monika in den Sechzigerjahren gegen alle Widerstände zur Welt bringen wollte – unehelich, schwarz, unmöglich, wie die Familie fand. Und sie hat dieses Buch geschrieben, um zu verstehen, wie es dazu kommen konnte.Was sie dabei ausgegraben hat, ist ein ganzes Jahrhundert: vier Frauen, vier Generationen, eine Familie aus dem Dresdner Bildungsbürgertum, die Weltkriege, Verluste und Übersiedlungen überlebt. Und sich dabei gegenseitig manchmal mehr zugemutet haben, als eine Familie aushält. Margarethe, Marianne, Monika, Miriam. Sie lieben sich, sie kämpfen miteinander und sie schweigen, wo sie reden sollten. Wer dieses Buch liest, kommt aus ihm heraus und denkt unweigerlich an die eigene Familie. An das, was weitergegeben wird – und an das, was man lieber nicht weitergeben würde.
»Miriam Carbe erzählt in einer bewegenden Familiengeschichte von einem ganzen Jahrhundert.« Mariana Leky
Hanser
HC, 576 Seiten
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Rhiannon Lucy Cosslett
Übersetzt von Sabine Längsfeld
Fünf Tage noch, dann kommen die Partner. Bis dahin gehört die Insel ihnen – vier Freundinnen, griechische Sommerhitze, das Meer. Sophie genießt die Stille davon: von Greg, von seinem Kinderwunsch, von der Frage, die sie nicht beantworten will. Dann begegnet sie jeden Morgen Ky…Was als Affäre beginnt, zieht Sophie tiefer, als sie erwartet hat. Gleichzeitig arbeitet sie an einem Aktporträt ihrer Freundin Alessia – und auch dort gerät etwas aus dem Gleichgewicht, das sie nicht benennen kann. Kunst und Begehren, Freundschaft und Verrat: Sifnos wird zu einem Ort, an dem Sophie nicht mehr sicher ist, wer sie eigentlich ist.
Ein hochaktueller Roman über Kunst, weibliches Begehren und die Zerreißproben im Leben junger Frauen.
Rowohlt Kindler
HC, 304 Seiten
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Barbara Schmutz
Barbara Schmutz sucht die Liebe an ungewöhnlichen Orten – sie interessiert sich nicht nur für die Liebe zwischen Menschen, sie spricht mit einem Zoodirektor über die Liebe zu Tieren, mit einer Bogenschützin, Pilotin und Kitesurferin über ihre Liebe zum Eiffelturm, mit einem Abt über die Liebe zu Gott, mit einer plastischen Chirurgin über die Eigenliebe, mit einem Psychoanalytiker über Gemeinheiten und Wahn.
Die achtzehn Gespräche ergeben ein Kaleidoskop, das schillernder nicht sein könnte. Liebe ist hell und dunkel. Zart und heftig. Erotisch und platonisch. Alltäglich und heilig. Tief und flüchtig. Mütterlich und väterlich. Aufbauend und zerstörend. Dieses Buch fragt so nach der Liebe, dass wir dem großen Gefühl ein kleines bisschen näherkommen.
Nichts ist so allgegenwärtig wie die Liebe, und nichts ist so wenig greifbar.
Kein & Aber
HC, 288 Seiten
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Maisku Myllymäki
Übersetzt von Elina Kritzokat
Eva reist für Vögel – diesmal für einen Blauwangenspint, so selten, dass die Meldung sie sofort auf die Insel treibt. Was sie dort vorfindet, hatte sie nicht eingeplant: Holly. Die ehemalige Schauspielerin redet, als wäre Schweigen eine Krankheit. Sie isst mit den Händen, lacht schamlos, erzählt von ihren Männern, als gäbe es kein Morgen. Eva kommt kaum zu Wort – was ihr sonst recht ist. Aber Holly weckt in ihr etwas, das sie nicht einordnen kann: Begehren, Ekel, Bewunderung, Hass. Manchmal alles auf einmal. Sieben Tage auf der Insel. Sieben Tage Holly. Als Eva wieder abreist, ist sie nicht mehr dieselbe…
»Diese Autorin wird man sich merken müssen. Denn Holly ist ein raffiniertes und hochspannendes Debüt.« Tobias Wenzel / WDR
Kampa
HC, 224 Seiten
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Hannah Häffner
In Wittenmoos, einem fiktiven Dorf im Schwarzwald, erzählt Hannah Häffner von Liese, Cora und Eva, die zu groß, zu sperrig, zu eigen sind, um sich einzufügen – und doch unauflöslich mit diesem Ort verbunden bleiben. Sie verhandelt Fragen von Zugehörigkeit, weiblicher Selbstbehauptung, Mutter-Tochter-Beziehungen und der ambivalenten Kraft von Heimat und Natur über drei Generationen hinweg.
»Mager ist sie, wie ein Kleiderhaken, zurechtgebogen zu Menschenform. Dünn und stark und langgestreckt: Keine ist größer als sie, im Dorf nicht, und auch nicht im nächsten. Dazu die Kupferwollehaare, die wütend nach dem Himmel greifen. Wer sie sieht, weiß, wer sie ist, man weiß es sofort, und sie hasst es, hasst es, hasst es. Vielleicht hätte sie es, an einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit, auch lieben können, aber das geht nicht, nicht hier.«
Aus unserem Interview in der MOKA-Ausgabe 01-26 im April:
Enja: Eva fühlt sich dem Ort verbunden, dem ihre Mutter und Großmutter entkommen wollten.
Warum war es Ihnen wichtig, dieser dritten Generation eine andere Beziehung zur Heimat
zu geben?
Hannah: Ich glaube, lange war der Aufbruch, das Weggehen für viele der Traum, die einzige Option.
Das Heimatverständnis verändert sich aber, vielleicht auch, weil die Welt dort draußen
immer überwältigender, in Teilen auch bedrohlicher wird. Es war mir wichtig, Heimat nicht
als feststehende Größe zu zeigen. Sie ist im Wandel, und der Bezug zu ihr ist etwas sehr
Individuelles.
Penguin, Hardcover, mit Schutzumschlag, 416 Seiten
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Cécile Tlili
Aus dem Französischen von Norma Cassau
Eine erstaunliche Backlistperle., die ich ganz zufällig entdeckt habe! Das perfekte Sommer(taschen)buch für den Koffer!
An einem heißen Sommertag in Paris treffen sich zwei Paare, zum Essen. Was nach einer harmlosen Einladung klingt, entwickelt sich als eine beklemmende Maskerade, bei der alle versuchen, den Schein zu wahren. Gastgeber Étienne will Johar, die Frau seines Freundes Rémi, dazu bringen, seiner Anwaltskanzlei ein wichtiges Mandat zu verschaffen. Die jedoch hat ganz andere Sorgen und ist vollkommen mit ihren eigenen Karriereperspektiven beschäftigt, eine Entscheidung muss genau an diesem Abend gefällt werden. Unterdessen gelingt es Rémi zusehends schlechter, ein bislang wohlgehütetes Geheimnis zu bewahren. Und Claudia, die gesellschaftliche Anlässe gern meidet, setzt zu Beginn alles daran, für ihren Lebensgefährten Étienne einen gelungenen Abend vorzubereiten, überdenkt ihre Rolle als Gastgeberin und Frau aber bald vollkommen neu.Und doch bröckelt die Fassade und entlässt einige von ihnen am Ende in die ungewohnte Freiheit...
Kein & Aber
2024, neu im Taschenbuch 2026, 192 Seiten
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Sandra Lüpkes
Magda verlässt 1933 mit ihrem Mann Alfred, einem jüdischen Botaniker, Nazi-Deutschland Richtung Istanbul. Dort blüht die junge türkische Republik unter Atatürk auf und Alfred soll einen prächtigen Botanischen Garten aufbauen, aber kann auch Magda hier Wurzeln schlagen? Später folgt der Roman Botanikerin Mehpare, die als Alfreds Assistentin eng an seiner Seite arbeitet. Jahrzehnte später schließlich kommt Stadtplanerin Imke in Istanbul an, um zu entscheiden, ob der Botanische Garten noch eine Zukunft hat...
»Ein Roman, der kunstvoll die Vergangenheit lebendig werden lässt und dabei hochaktuell ist. Sandra Lüpkes erzählt mitreißend menschliche Schicksale, ganz nah und tief bewegend.« Carsten Henn
Rowohlt Kindler
HC, 496 Seiten,
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Ann-Christin Kumm
Lou verbringt den Sommer mit seinem charismatischen Freund Raf und der blonden Nora an der dänischen Küste. In einem alten Ferienhaus in den Dünen leben die drei in den Tag hinein, springen in die Wellen, rauchen, kochen. Doch die neue Konstellation eröffnet dunkle Abgründe…Hier liegt erotische Spannung in der Luft, genau wie die düstere Ahnung von Manipulation und Machtspielen. Psychologisch großartig kombiniert.
»Man will nur kurz reinlesen und kommt nicht mehr los, von dieser Freundschaft - oder ist es Liebe? - die zur Falle wird.« Zoë Beck
Hanser
HC, 224 Seiten
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Günther Pfeifer
Wie war das nochmal — die Welt mit fünf Jahren? Alles größer, alles echter, alles möglich. Günther Pfeifer erinnert uns daran, mit der Geschichte eines Jungen, der sich in den 1970ern aus seiner österreichischen Kleinstadt ins strahlende Italien träumt. Ignorante Erwachsene und die Angst vorm Wasser stehen im Weg — bis ein Fantasiefreund und ein Brief an Don Renzo die Dinge ins Rollen bringen.
Kremayr & Scheriau
Hardcover mit Lesebändchen
192 Seiten
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Lena Gorelik
Alles, was Mütter sind und was Mütter nicht sind, prägt Kinder ein Leben lang. In diesem Roman erzählt Lena Gorelik anhand von verschiedenen Lebensentwürfen von diesen zarten bis fragilen, komplexen bis undurchdringlichen Beziehungen zu Töchtern und Söhnen. Ein kraftvolles Buch, das – typisch Gorelik – Lesende dazu zwingt, Ambivalenzen auszuhalten, statt sie aufzulösen. Eine feinfühlige Erkundung.
«Mütter prägen uns, auch wenn wir es nicht wollen, sie nisten sich in unseren Köpfen und Herzen ein, flüstern uns zu, schimpfen, trösten, tun es auch noch, wenn sie verstorben sind, tun es selbst dann, wenn wir sie nicht oder kaum kannten. Wir setzen unsere Schritte auf das, was wir dank oder trotz unserer Mütter wurden. Tragen sie darin für immer mit uns» Lena Gorelik.
Rowohlt
Hardcover, 272 Seiten
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Oliwia Hälterlein
Was bedeutet es, die Erste und die Letzte zu sein? Über reproduktive Selbstbestimmung, über das Weitergeben und Loslassen.
Dabei wollte sie noch nicht einmal Kinder, aber die Nachricht, dass es medizinisch nicht möglich ist, löst in Waleria etwas aus. Sie beginnt, sich mit dem Leben ihrer Großmutter als polnische Bäuerin und dem ihrer Mutter, mit der sie nach Westdeutschland ging, auseinanderzusetzen. Ist sie den beiden etwas schuldig? Eine Generationengeschichte, ausgelotet mit wunderbar eigener und intimer Erzählstimme.
C.H. Beck
Hardcover, 357 Seiten
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Kiran Desai
Übersetzt von: Robin Detje
Der neue Roman der Booker-Preisträgerin Kiran Desai: ein leuchtendes Familienepos zwischen Indien und den USA
Sonia studiert Literatur in den verschneiten Bergen Vermonts, Sunny arbeitet als Journalist in New York und träumt von einer großen Zukunft. Als sie sich in ihrer indischen Heimat zum ersten Mal begegnen, sprühen die Funken – bis sie feststellen, dass ihre Großeltern einst eine Heirat für sie arrangieren wollten. Im Strudel ihrer chaotischen Familien, zwischen Tradition und Moderne, gehen sie sich verloren – und geben doch, auch Jahre später, die Suche nach dem gemeinsamen Glück nicht auf.
Fischer
Hardcover, 752 Seiten
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Daniela Krien
Sekunden der Unachtsamkeit kosten ihre einzige Tochter das Leben. Tief sieht Linda in den Abgrund und wäre beinahe gefallen, doch da sind hauchfeine Fäden, die sie halten – die Hündin Kaja, die steten Hand-griffe im Garten, das Mitgefühl für andere. Wie viel Kraft in ihr steckt, ahnt sie erst, als sie zurückfindet in einen Alltag und zu sich selbst. Kennst du »Muldental« oder »Die Liebe im Ernstfall« von ihr? Eine Sprache, von der ich nicht genug bekommen kann...
Diogenes
Taschenbuch, 304 Seiten
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Kea von Garnier
»Es ist nur so, dass ich, bevor ich mich den Rest meines Lebens nur noch mit Toten beschäftige, gern selbst richtig gelebt hätte.«
Dominik soll später mal das Bestattungsinstitut seines Vaters übernehmen. Doch je näher das Ende der Schulzeit rückt, desto größer werden seine Zweifel: Was ist mit seinen eigenen Träumen? Als er sich zum ersten Mal verliebt, muss er sich entscheiden: auf vertrautem Boden bleiben oder springen? Denn für diese Liebe braucht es Mut.
Mitreißend, feinfühlig und stimmungsvoll erzählt dieses Debüt von einem alles entscheidenden Sommer des Suchens und Findens.
Blessing, Hardcover mit Schutzumschlag, 400 Seiten
Und auf Instagram @moka_magazin gibts das Interview mit ihr für die Ohren!
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Kaum eine Landschaft ist so viel beschrieben, besungen und gemalt wie das Meer. Aus gutem Grund. Fernab vom Stress der Stadt lösen sich Ebbe und Flut ab, ganz unbeeindruckt vom Wandel der Zeiten, bei Tag und Nacht, bei Sonne und Sturm … Menschen stehen aus unterschiedlichsten Gründen und in unterschiedlichsten Situationen an tosender Brandung und treffen dabei nicht nur auf die Unbezähmbarkeit der Natur und des Lebens, sondern bisweilen auch auf sich selbst. Wie tiefgreifend das Rauschen des Meeres und die Kraft der Natur sind, wissen auch Sarah Lorenz, Jens Sparschuh, Berit Glanz und Wilhelm Raabe, die hier nachdenklich, verspielt, philosophisch und manchmal sehr komisch vom Leben an und mit großen und kleinen Meeren erzählen.
Lampe
4 Erzählungen im Schuber
Format 11 x 15 cm (A6)
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Vier Erzählungen vom Loslassen
Abschiede bedeuten oft Trauer und Schmerz. Mancher Abschied wird aufgeschoben, verdrängt oder ignoriert. Andere Abschiede bedeuten Erleichterung und bergen die Hoffnung auf etwas Neues. Und wieder andere geschehen fast nebenbei, während das Leben halt passiert. Und auf einmal liegen Ideen, Träume, Möglichkeiten in der Vergangenheit.
Vier unserer klügsten und sprachgewandtesten Autor*innen erzählen hier von Abschieden von geliebten Menschen, Orten und vergangenen Zukunftsplänen. Daniel Kehlmann, Inger-Maria Mahlke, Judith Hermann und Ulrike Draesner vereinen Wärme, Trauer und Hoffnung in einzigartigen Erzählungen zu einer Essenz des Lebens an sich: Loslassen können.
Lampe
4 Erzählungen im Schuber
Format 11 x 15 cm (A6)
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Gisa Klönne
Seit über zwanzig Jahren sind Kora und Anselm glücklich verheiratet: sie, die erfolgreiche Journalistin, er, der Biologe, der Woche für Woche in die Hauptstadt pendelt. Doch nach einer Herz-OP findet Kora nicht mehr zurück in ihr Leben. Ihr Beruf, ihr Alltag, ihre Ehe – alles steht plötzlich infrage. Anselm wiederum hat die Rente eingereicht. Er will die verbleibende Zeit mit Kora genießen und einen alten Traum umsetzen: einen Libellenteich im Garten. Der sorgfältig zwischen Nähe und Distanz austarierte Alltag gerät aus dem Takt. Kora flüchtet – und begibt sich auf eine Reise zu Menschen und Orten, die sie als junge Frau geprägt haben. Wer ist sie einmal gewesen? Was hält das Leben noch für sie bereit? Und kann sie wieder mit Anselm glücklich sein?
Was, wenn sich plötzlich alle Gewissheiten verschieben? Ein großer Roman über eine Liebe, die auf dem Prüfstand steht, und eine Frau auf der Suche nach sich selbst.
Rowohlt Kindler, Hardcover, 320 Seiten
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Nadine Schneider
Eine große Mütter-Töchter-Geschichte über vier Generationen, ein Buch von Abschied, Neuanfang und der Arbeit des Lebens.
Es ist Spätsommer, und im Garten sind die Trauben reif, als Christina das Haus ihrer Großmutter Anni erbt. Hier, in einem kleinen Dorf bei Nürnberg, ist sie bei Anni aufgewachsen: Anni, die Mitte der sechziger Jahre aus Rumänien nach Deutschland flieht. Anni, die ganz allein ihr Kind und ihr Enkelkind aufzieht und beim Quelle-Versand Pakete packt, die ins Wirtschaftswunderland verschickt werden. Die gegen Einsamkeit, Armut und Fremdsein kämpft, mit Zähigkeit, Kraft und Pflichtbewusstsein. War das das Leben, von dem sie geträumt hat? Oder hat sie beim Leben das Leben verpasst?
Zögernd verabschiedet sich Christina von Anni und ihrem Haus. In der stillen Wärme der letzten Sommertage versinkt sie immer tiefer in ihren Erinnerungen, stößt auf überraschende Fundstücke und fährt auch zu dem inzwischen verlassenen Gelände des Quelle-Versandzentrums. Ihren eigentlich geplanten Urlaub hat sie abgesagt, und von ihrer Arbeit dringen nur gelegentliche Mails zu ihr. Und allmählich erkennt sie, was sie ihrer Großmutter wirklich verdankt: die Freiheit, loszulassen und selbst den Ort zu finden, wo das gute Leben zu Hause ist.
Fischer, 304 Seiten
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Hans-Gerd Raeth
Stellt euch vor, ein ganzes Leben passt in eine einzige Woche. Wenn wir statistisch von 83 Jahren ausgehen, entspricht das geteilt durch sieben rund 11,86 Jahren pro Wochentag. Teilt man nun das eigene Alter durch 11,86, wird plötzlich sichtbar, wo man steht: Hat eure Woche gerade erst begonnen oder macht ihr euch schon Gedanken über das Wochenende? Eine interessante Perspektive, finde ich.
Und genau hier möchte ich euch Henri, einen Freitagsmann, vorstellen. Rotwein, Zigaretten, seit Jahrzehnten Redakteur. Die Ehe zerbrochen, die Affäre beendet, vom Arzt mit „männlichen Wechseljahren“ konfrontiert. Klischees? Jede Menge. Und doch funktioniert dieses Buch. Ich habe selten so viel gelacht. Von der ersten Seite an. Über Henri, über seinen rumänischen Straßenhund, über den besten Freund, der fast fürsorglicher ist als jede Mutter, über die liebevollen Annäherungen an die erwachsenen Kinder, über die Dynamik mit der Ex-Frau, sogar über die Merkwürdigkeiten, die sich aus Dating-Plattformen ergeben. Man erlebt, wie sich vertraute Lebensentwürfe verschieben und in etwas Neues verwandeln, das sich ungewohnt, aber doch irgendwie gut anfühlt. Denn Hans-Gerd Raeth erzählt mit einer Selbstironie, die nie bemüht wirkt, und er unterhält mit trockenen Dialogen über die Absurditäten dieser Lebensphase. Ich hatte einen wunderbaren Abend und hätte Henri und Emily gerne noch in die Karpaten begleitet…Aber das ist wahrscheinlich eine andere Geschichte ...
dtv, 288 Seiten
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Christien Brinkgreve
Aus dem Niederländischen von Lisa Mensing
Kennt ihr das Gefühl, dass man in einer Beziehung ganz selbstverständlich in eine Rolle hineinwächst, weil sie anfangs so gut zu passen scheint, und erst Jahre später merkt, dass man sich selbst dabei verloren hat? Sogar Menschen, die sich beruflich mit diesen Themen beschäftigen, können in diese Falle tappen… Christien Brinkgreve ist Soziologin und erst nach dem Tod ihres Mannes gelingt ihr ein Blick auf ihr Leben als Ehefrau. Auf dieser klugen Spurensuche stellt man sich beim Lesen die Fragen: Waren es die fehlenden Freiräume? Die gesellschaftlichen Strukturen? Und vor allem: Wie sehen meine eigenen Muster aus?
»Das Schreiben verschafft mir den sicheren Raum, um in der Zeit zurückreisen zu können. Der Mann, in den ich mich verliebt habe – wo ist er geblieben? Wann ist er verschwunden? Und wo ist die Frau geblieben, die ich einmal gewesen bin? Was habe ich gemacht? Warum habe ich es so gemacht? Hätte ich es anders machen können? Auf der Suche danach, wie es war und wurde, spüre ich die Sogkraft, mich auf ihn zu konzentrieren, wie die Strömung im Meer, die mich heute Morgen bei meinem Schwimmausflug in Egmond an Zee mitgezogen hat. Ich muss die Füße auf dem Boden halten. Auf dem eigenen Boden. Aber ich verspüre ständig den Drang, ihn verstehen zu wollen, eine eingeschliffene Gewohnheit, die sich nicht einfach so abschütteln lässt. Verstehen, ergründen, um etwas in den Griff zu bekommen: Das war lange mein Weg, mit Dingen und Menschen zurechtzukommen. »Du musst aufpassen, dass der Verlust des Raumes sich nicht beim Schreiben wiederholt«, warnt ein Freund, der mich schon lange und gut kennt. Er hat oft recht. Auch jetzt. Ist das ein Frauenmuster: sich nach einer anderen Person zu richten, Rücksicht auf ihre Gefühle zu nehmen, damit die Stimmung nicht kippt, sich anzupassen, um Missmut zu verhindern? Wirkte hier das Patriarchat fort – ich nenne es der Einfachheit halber so –, oder war es eher etwas Pathologisches? Ich mache einen großen Bogen um dieses Wort.« Seite 81/82
Hanser, Hardcover, 192 Seiten
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Abdellah Taïa
Aus dem Französischen von Astrid Bührle-Gallet
Melancholisch und vielschichtig – Abdellah Taïa über eine verlorene Kindheit in Marokko
Nach dem Tod seiner Mutter kehrt Youssef, ein schwuler Lehrer, der seit über einem viertel Jahr-hundert im französischen Exil lebt, auf Wunsch seiner Schwestern nach Marokko zurück, um sein Erbe zu regeln. Diese Rückkehr entwickelt sich für ihn zu einer emotional aufwühlenden Reise. Er wird mit Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend konfrontiert: die Nähe zu seinen Schwestern, die Spannungen und Brüche innerhalb der Familie und vor allem an Najib – seinen Jugendfreund und Liebhaber, dessen Leben tragisch endete. Während Youssef durch die Straßen von Salé wandert, rücken die prägenden Erfahrungen seines Aufwachsens wieder in sein Bewusstsein: Armut, Gewalt und die soziale Ausgrenzung aller, die – wie er selbst – den gesellschaftlichen Erwartungen nicht entsprechen. Der Roman endet an der Bastion der Tränen, der alten Stadtmauer von Salé, einem Ort, an der individueller Schmerz und generationsübergreifendes Leid zusammenkommen. Hier steht Youssef vor einer existenziellen Entscheidung: sich seinem Schmerz zu ergeben, zu vergeben – oder den Weg der Rache zu wählen, wie Najib. Vielfach ausgezeichneter Roman: Shortlist Prix Goncourt 2024, Gewinner des Prix Décembre 2024, Gewinner des Prix Goncourt des Lycéens in Belgien 2024 und des Prix de la Langue française 2024.
»Wie kann man sich befreien, vom ›absoluten Bösen, das in ein Kinderherz eingepflanzt‹ worden ist? Einfach zurücktreten? Schweigen? Den Mut verlieren? Sich rächen? Weggehen? Vergeben? […] Trost, wenn überhaupt möglich, findet Abdellah Taïa im Schreiben, der sanften Melancholie, der bemerkenswerten Sensibilität dieser einfühlsamen Elegie über unvergessliche Erinnerungen.« Télérama
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Torsten Woywod
Torsten hat mir ein Geschenk gemacht. Manchmal lege ich ein Buch (zu) schnell wieder weg, wenn ich das Gefühl habe, es passt gerade nicht in meine Gefühlswelt – in der Hoffnung auf einen besseren Moment, der dann oft gar nicht kommt. Aber ich bin geblieben, weil ich zwischen Mails und To-do-Listen fast vergesse, warum ich diesen Beruf so liebe. Mit „Mathilde und Marie” hat mir Torsten genau das zurückgegeben: Er erzählt nicht von großen Umbrüchen, sondern von kleinen Verschiebungen. Von Gesprächen über Bücher, vom Papierschöpfen, vom Duft des Waldes, von Menschen, die bleiben, und solchen, die sich zurückziehen. Und dass man gar nichts Großes verändern muss, vielleicht reicht es schon, mehr zu sehen, was schon da ist. Und öfter daran zu glauben, dass genau hier, genau so, schon genug sein könnte.
Es beginnt in Paris – mit Marie, die ohne Plan und ohne Ziel einfach geht. Aus purer Erschöpfung. Und dann sitzt sie im Zug neben Jónína , Isländerin und Buchhändlerin, und diese Begegnung kippt alles. Sie landet in Redu, einem winzigen Bücherdorf in den belgischen Ardennen, wo die Zeit anders tickt. Buchstäblich, denn die Turmuhr geht falsch, der Kirchturm steht schief, und das Internet läuft nur eine Stunde am Tag. Torsten erzählt von Geborgenheit an unerwarteten Orten und der Erkenntnis, dass Rückkehr kein Scheitern ist, sondern Teil jeder Reise. Dass ein Schlüssel manchmal eben nicht nur ein Schlüssel ist, sondern ein Versprechen, dass Möglichkeiten existieren »und Möglichkeiten zu haben empfinde ich als Luxus. Wenn die Schlüssel dazu beitragen, dass man sich genau das vor Augen führt, dann ist das sehr viel wert.«
»Denn letztendlich ging es doch genau darum im Leben: Das Beste aus dem zu machen, was uns mitgegeben wurde. Und auf diese Weise das zu finden, was uns glücklich macht.«
dtv, Hardcover; 336 Seiten
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Alena Schröder
Manche Gefühle scheinen älter zu sein als wir selbst. Die Forschung zeigt heute, dass Erfahrungen Spuren hinterlassen, nicht in der DNA, aber in ihrer Aktivierung. Angst, Fürsorge oder die Sehnsucht nach Sicherheit können so von Generation zu Generation weitergetragen werden. Nach »Junge Frau, am Fenster stehend« und »Bei euch ist es immer so unheimlich still« ist dieses Buch ein wunderbarer Abschluss der Trilogie, der mich spüren lässt, wie Geschichte in Menschen weiterlebt und warum es so schwer ist, sie wirklich hinter sich zu lassen.
Es geht um Hannah, Mitte dreißig, und Marlen, vierzehn im Jahr 1945. Doch eigentlich geht es um etwas Grundsätzlicheres: um die eigene Lebensgeschichte und die Fragen: Wo gehöre ich eigentlich hin? Was ist mein Platz in der Welt? Was schulden wir denen, die genetisch unsere Familie sind? Wie gibt man aufeinander acht, wie tragen wir Verantwortung füreinander? Und wie lässt man einander los? Vielleicht liegt genau darin die Erkenntnis: dass die Suche nach Herkunft nicht unbedingt Antworten liefern muss. Manchmal eröffnet sie nur die Freiheit, selbst zu entscheiden, was Erbe sein soll. Was man annimmt und was man zurücklässt. Alena ist so gut darin, Themen anzustoßen, die einen schon lange und immer wieder beschäftigen und daraus die beste Unterhaltung zu machen!
dtv, Hardcover, 352 Seiten
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Ein Paula-Modersohn-Becker-Roman
Gabriele Katz
Paula Modersohn-Becker wurde vor 150 Jahren geboren und wusste schon früh, was sie wollte: Künstlerin werden! Kompromisslos und leidenschaftlich ging sie ihren Weg, gegen alle Widerstände. Die Bildhauerin Clara Westhoff wurde ihre engste Freundin, beide verbandt der Traum, zum Kunststudium nach Paris zu gehen. Und sie traf den Landschaftsmaler Otto Modersohn... Gabriele Katz lässt dich tief in das Leben und die Gedankenwelt Paula Modersohn-Beckers eintauchen... eine tolle Zeitreise!
ebersbach&simon
Hardcover mit Schutzumschlag, 336 Seiten
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Thị Thanh Thảo Trần
Ihre Eltern lernen sich auf einer vietnamesischen Insel kennen. Sie sind arm, aber glücklich miteinander. Als ein Angebot aus der DDR kommt, entschließt sich der Vater, nur für ein paar Jahre dort zu arbeiten. Welche Folgen diese Entscheidung für seine Familie haben wird, kann er da noch nicht abschätzen. Seine Frau und seine Tochter – die Erzählerin des Romans – folgen ihm erst Jahre später nach Deutschland. Dort werden sie jedoch nicht mit offenen Armen empfangen. Immer mehr entlarvt sich das Ankommen als eine Fiktion, aber zurückgehen würde sich wie ein Scheitern anfühlen.
»Menschen wie wir« sind die, deren Namen hier niemand richtig aussprechen kann. Wie jedes Jahr bangen müssen, ihre Aufenthaltsgenehmigung nicht verlängert zu bekommen. Sie erinnern sich an die Lieder und Gedichte aus der alten Heimat und wollen doch nicht zurück. Thị Thanh Thảo Trần erzählt davon, was es bedeutet, in zwei Sprachen und zwei Ländern zu leben. Sie zeigt, zu welchen radikalen Entscheidungen uns Armut führen kann und welche Opfer wir bereit sind für unsere Liebe zu geben.
»Das Lesen fühlt sich an wie ein Blick in ein Familienalbum. Vertraut und fremd zugleich. Jede Szene legt die Wunden von Migration und Rassismus offen, ohne den Trost von Nähe und Sanftheit zu verlieren.« Hami Nguyen
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Bodo Kirchhoff
»Was du tun kannst, damit ich zurückkomme? Von dir absehen. Einmal im Leben.«
Seit fünfzig Jahren sind sie verheiratet. Dann geht er weg, nach Indien. Sie reist ihm nach, besorgt und wütend. Er: Viktor Goll, genannt Vigo, Leiter einer Denkfabrik für Abrüstung. Sie: Terese Weiler, Kinder- und Jugendtherapeutin. Was sie teilen, ist fast nur noch das Gefühl, aus dem andern jeweils das Schlechteste herauszuholen. Sollen sie zusammen alt werden? Die Frage ist plötzlich unausweichlich. Gehen oder bleiben?
dtv, Hardcover, 576 Seiten
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Louise Brown
Wir leben in schwierigen Zeiten. Was können wir tun, wenn uns die Unbeschwertheit abhandenkommt? Louise Brown weiß um die Flüchtigkeit des Glücks. Um ihm auf die Spur zu kommen, stellt sie sich eine Aufgabe: ein Jahr lang den Sinn zu schärfen für das Gute, das ihr in ihrem Alltag begegnet. Sie entdeckt, dass auch jeder noch so finstere Tag Momente der Freude und des Staunens birgt. Ihr Buch ist eine Anleitung in der Kunst der Zuversicht.
Mein Buch in diesem lichtlosen Dezember – und ich hoffe, deins auch!
Diogenes
Hardcover Leinen
224 Seiten
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Lilia Hassaine
Aus dem Französischen von Anne Thomas
Lenos, Softcover, 249 Seiten
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Der Science-Fiction-Roman über ewiges Leben
Tom Hillenbrand
KIWI, Paperback, 384 Seiten
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Thomas Pynchon
Übersetzt von: Nikolaus StinglDirk van Gunsteren
Rowohlt. gebunden, 400 Seiten
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Zoran Drvenkar
Suhrkamp, fester Einband, 700 Seiten
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Lavie Tidhar
Aus dem Englischen von Conny Lösch. Herausgegeben von Thomas Wörtche
Suhrkamp, fester Einband, 425 Seiten
inkl. MwSt, zzgl. Versandkosten
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Kristina Hauff
Mitten im Schwarzwald liegt das Hotel »Zum alten Forsthaus«, das seine besten Tage längst hinter sich hat. Nur wenige Gäste verirren sich in das zunehmend verfallende Haus. Umso überraschender, dass sich Daniela, eine schutzbedürftig wirkende Fremde, dauerhaft einquartiert. Lisa, die erwachsene Tochter des Besitzers, nimmt sich ihrer an. Während Daniela aufblüht und sich schnell in die Dorfgemeinschaft eingliedert, wenden sich enge Vertraute von Lisa ab – zuletzt sogar ihr Ehemann. Als schließlich der Herbst Einzug hält, die Tage kälter und die Schatten im grünen Tal immer dunkler werden, beginnt Lisa zu ahnen, dass ihre Welt auseinanderzubrechen droht.
„Das ist das Tolle an Kristina Hauff: Sie braucht keine große Kulisse, sie braucht nur wenige Figuren, um eine kaum auszuhaltende Spannung zu erzeugen. Ihre allergrößte Stärke ist, dass sie uns emotional fordert, dass sie uns zwingt, hinzugucken. In fünf Buchstaben zusammengefasst: LESEN!” Mike Altwicker, WDR 4
Hanser
Hardcover, 304 Seiten
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Elina Penner
Zehn Menschen, wie sie das Netz hervorgebracht hat, folgen einer Einladung in ein abgelegenes Herrenhaus. Ein Event? Auf jeden Fall, nur ohne Empfang. Darunter eine Mutter, die ihre Kinder zur Marke gemacht hat. Eine Busfahrerin zwischen Heilstein und Hassrede. Eine Influencerin mit dem berühmtesten Arsch des Landes. Drei Frauen mit Followerzahlen wie Aktienkurse. Sieben Männer im Kommentarbereich. Doch plötzlich ist alles real. Offline. Immer mehr von ihnen verschwinden. Und jemand sieht zu.
„Ein Roman wie eine Kommentarspalte: gnadenlos, laut und schwer wegzulegen.” Kathrin Weßling
„Elina Penner ist die neue Capote. Lässig kreiert sie eine rauschhafte Erzählung, deren Protagonisten an den Absurditäten unserer egozentrischen Gesellschaft zerbrechen.” Ninia LaGrande
Aufbau
Hardcover mit Schutzumschlag, 352 Seiten
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Delphine Minoui
Aus dem Französischen von Astrid Bührle-Gallet
Badjens bedeutet wörtlich übersetzt »falsches Geschlecht«. Und im Alltagspersischen heißt es »schelmisch oder aufmüpfig«. Schiras, Herbst 2022. Mitten im Aufstand - Frau, Leben, Freiheit - klettert die sechzehnjährige Badjens bei einer Demonstration auf einen Müllcontainer, um in aller Öffentlichkeit ihr Kopftuch zu verbrennen. Während sie vor einer Menschenmenge steht, die sie anspornt, zieht in einer Rückblende ihr bisheriges Leben an ihr vorbei: ihre unerwünschte Geburt, ihr konservativer Vater, ihr Smartphone voller rebellischer Hits, ihre Freundinnen, ihre erste Liebe, ihr Körper, der nach Freiheit verlangt, und die Kleiderordnung für Frauen, die dieses ungeliebte Stück Stoff auf dem Kopf vorschreibt und die sie mit allen Mitteln zu unterlaufen versucht – bis sie sich schließlich endgültig von ihr befreit.
Delphine Minoui, die selbst iranisch-französische-Wurzeln hat, schrieb »Badjens« auf der Grundlage von Beiträgen in den sozialen Medien und Onlineinterviews mit jungen Iranerinnen. Sie erzählt die Entwicklung der Protagonistin in Form eines inneren Monologs, der auch Lage und Haltung der unterschiedlichen Generationen von Frauen im Iran reflektiert.
»Meine Heldin Badjens verkörpert all diese Mädchen der Generation Z, die mit der Propaganda des islamischen Regimes gefüttert wurden, aber auch Zugang zu sozialen Netzwerken, Taylor Swift und Netflix hatten. Sie sind Lichtjahre von ihren Großmüttern entfernt und ganz anders als ihre Mütter, die zwischen den Verboten navigiert haben. Sie lassen alles hinter sich.« Delphine Minoui
Orlanda
Hardcover, 150 Seiten
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Julia R. Kelly
Aus dem Englischen von Claudia Feldmann
Schottland, Winter 1900. Ein lebloser Junge wird an den Strand gespült – und sieht aus wie Dorothys Sohn, der Jahre zuvor im Meer verschwand. Die Lehrerin nimmt das Kind auf, obwohl die Erinnerung schmerzt und die gesamte Dorfgemeinschaft vor Fragen stellt: Warum war Joseph damals am Strand? Und was trennte zwei Menschen, die sich offensichtlich liebten?
Eine tief berührende Erzählung über Umwege, Missverständnisse und die Liebe in all ihren Facetten.
Mare
Hardcover, 352 Seiten
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Anne Sauer
Eines Morgens erwacht Toni nicht wie gewohnt neben ihrem langjährigen Freund in ihrer kleinen Altbauwohnung, weil die Dielen knarren und die Nachbarn viel zu laut sind. Nein. Zu ihrer Verwunderung befindet sie sich in einer großzügig geschnittenen Wohnung. Alles hell, ordentlich, teuer eingerichtet. Und der Blick aus dem Fenster? Seltsam vertraut. Antonia versteht: Sie ist wieder in dem Dorf ihrer Kindheit. Nach und nach erfährt sie, dass sie hier ein beschauliches Leben führt, bürgerlich geordnet, mit Auto vor der Tür, Schwiegermutter nebenan und Kind auf dem Schoß. Kind auf dem Schoß? Antonia kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ist das etwa ihr Baby? Und der Vater dazu? Offenbar ihre erste große Liebe – ein Mann, den sie nie ganz vergessen konnte.
Anne Sauer erzählt davon, wie das eigene Leben verlaufen könnte, hätte man die eine entscheidende Abzweigung nicht genommen. ‹Im Leben nebenan› spiegelt zwei Lebensszenarien einer jungen Frau, erzählt im Wechsel von zwei Versionen eines Lebens und nimmt dabei mit gebotenem Humor, Gefühl und Leichtigkeit den Horror von gewollter und ungewollter Mutterschaft in den Blick: das große Glück mit Kind, aber auch: ohne Kind zu leben.
»Anne Sauer zu lesen ist wie Serie schauen: mitreißend und süchtig machend!« Ruth-Maria Thomas
dtv
Hardcover, 272 Seiten
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Beatrix Gerstberger
Schließ die Augen und stell dir eine kleine Insel vor der Küste Maines vor. Salziger Wind, Möwenschreie, schattige Kieferwälder und der Geruch nach Seetang und Schlick. Dort liegt das Fischerdorf Eagle Island, in dem Mina in ihrer Kindheit die Ferien verbracht hat, bis sich in einem Sommer alles schlagartig ändert.
Zwanzig Jahre später stirbt Minas Bruder überraschend und ihre Familie zerbricht. Auf der Suche nach Halt, Erklärungen und der Wahrheit kehrt Mina nach Eagle Island zurück. Sie trifft auf die frühere Kapitänin Ann, 72, die mit einem blauen Hummer namens Mr. Darcy in einem großen Haus lebt und auf die Hummerfischerin Julie, Mitte 50, die um Selbstbestimmung kämpft. Gemeinsam fahren die drei unterschiedlichen Frauen aufs Meer hinaus und finden Stück für Stück zueinander. Und dann ist da noch Sam, mit dem Mina damals die langen Sommertage verbrachte und der mit seinen ganz eigenen Dämonen zu kämpfen hat…
»Ich kann dir nichts über das Meer beibringen«, hatte Ann einmal zu Mina gesagt. »Du spürst es oder eben nicht. Am Ende ist es mit dem Meer wie mit dem Leben, man muss alles allein herausfinden. Andere können dich auf dem Weg nur begleiten.«
Ein Roman, den man, einmal begonnen, kaum noch aus der Hand legen kann. Gleichzeitig voller Tiefe und Schwere, aber mit einem Hauch sommerlicher Leichtigkeit.
Kleiner Tipp: auf der Website von dtv findest du ein Interview mit der Autorin, Hintergrundinfos zum Setting und du kannst die Hummerfrauen näher kennenlernen!
dtv Verlag
Hardcover, 400 Seiten
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Kim Eui-kyung
Übersetzer:in: Inwon Park
Munjeong und ihre fünf Mitstreiterinnen lernen sich in der Baby-Angel-Fruchtbarkeitsklinik in Seoul kennen. Sie alle sind getrieben von dem Wunsch nach einem Baby, der sich auf natürliche Art nicht erfüllen will. »Hello Baby« heißt der Gruppenchat, in dem sie sich gegenseitig beistehen. Bis eine von ihnen, die 46-jährige Jeonghyo, plötzlich offline geht und spurlos verschwindet. Ein Jahr später taucht sie auf mysteriöse Weise mit einem Baby wieder auf ...Sechs unfruchtbare Frauen finden sich im blinden Fleck der Gesellschaft wieder, ihr Kampf schweißt sie in einer Freundschaft wider Willen zusammen. Ein bewegendes Porträt darüber, was es bedeutet, heute Frau zu sein und sich Erwartungen in patriarchalen Gesellschaften zu widersetzen.
»Dieser Roman fängt Momente der Sehnsucht ein, die Enttäuschung, die darauf folgt, und die Freundschaft, die danach bleibt.« Seo Yoo-mi
Blumenbar
Hardcover, 223 Seiten
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Ocean Vuong
Übersetzt aus dem Englischen von Nikolaus Stingl, Anne-Kristin Mittag
Der queere Hai, Sohn einer vietnamesischen Mutter, lebt in East Gladness, einem heruntergekommenen Kaff in New England. Auf den Straßen hängen noch die Schilder der Obama-Kampagne »Yes, we can«, doch Hai schluckt Pillen und denkt an Selbstmord. Bis er Grazina aus Litauen kennenlernt, eine Überlebende des Zweiten Weltkriegs, in deren Kopf die unerlösten Geister ihres Lebens schwirren. Hai wird ihr Pfleger und fängt an, in einem Diner zu arbeiten, dessen Belegschaft alles Underdogs sind wie er, die »in dieser angeblich freien Welt aus Arbeit, Schlaf und beschissenen Kuchen gefangen sind.«
Poetisch und komisch, eindringlich und mit außergewöhnlicher Intimität erzählt Ocean Vuong von der Freundschaft jenseits aller Grenzen von Identität und Familie.
Hanser
Hardcover, 528 Seiten
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Thomas Glavinic
BACKLISTPERLE – auch für mich eine Entdeckung und dank einer Empfehlung meines Lieblingsbuchhändlers Frank Menden bei stories! in Hamburg ein Geschenk dieses Jahr.
„Während einer Expedition zum Gipfel des Mount Everest erinnert sich Jonas zurück an sein Leben – an seine außergewöhnliche Kindheit mit seinem Zwillingsbruder Mike und seinem Freund Werner, an seine Reisen durch die ganze Welt und an die Momente mit seiner großen Liebe Marie, die sein Leben verändert hat. Er erzählt von magischen Begegnungen, großen Freundschaften und tragischen Schicksalsschlägen, von einem Baumhaus in Norwegen, einer einsamen Insel und dem Aufstieg auf den höchsten Berg der Welt.” schreibt der Verlag.
Dieses Buch hat in mir etwas tief bewegt – es hat mich erschüttert (auf eine gute Weise) und zugleich mit einer stillen, großen Freude wieder ins Leben entlassen.
Fischer Taschenbuch
528 Seiten
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Joseph Incardona
Aus dem Französischen von Lydia Dimitrow
Anna sichert mit dem Verkauf von Brathähnchen den Lebensunterhalt für sich und ihren dreizehnjährigen, surfbegeisterten Sohn Léo. Ihr Zuhause: ein Bungalow an der Atlantikküste. Doch ihr einfaches, harmonisches Leben gerät plötzlich aus den Fugen: Nach einem Verkehrsunfall ist der alte Kastenwagen nicht mehr einsetzbar, Anna verliert ihre Einkünfte, Schulden häufen sich an. Léo kennt einen Ausweg: Eine Teilnahme am Game, einer Fernsehshow, die in der Gegend stattfindet und in den Medien gepusht wird, könnte die Rettung aus der Misere bedeuten. Die einzige Aufgabe: das zur Verfügung gestellte Auto im Wert von 50000 Euro anzufassen und nicht mehr loszulassen. Wer am längsten durchhält, gewinnt. In ihrer Verzweiflung lässt Anna sich darauf ein.
Mit bissiger Ironie und treffender Schärfe karikiert Joseph Incardona den brutalen Zynismus unserer konsumorientierten Mediengesellschaft. Zugleich erzählt er mit viel Sensibilität von der Suche nach Würde in einer materialistisch geprägten Welt.
„So fesselnd wie eine amerikanische Serie, so intelligent wie ein Thriller, so tiefgründig wie eine Gesellschaftsanalyse”. La Dépêche
Lenos
Softcover, 300 Seiten
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Anne Freytag
Stellt euch vor: Sommer auf einem Boot, irgendwo vor den Küsten der Philippinen. Viel Luxus, zwei Banker, ihre Ehefrauen, ein mächtiger Chef – die ganze Szenerie eigentlich schon ein Alptraum, aber auch das: ein Kammerspiel voller unausgesprochener Wahrheiten. Mitten in dieser Stille, in einem dunklen Flur auf der Yacht, denkt eine der Figuren an einen Satz, der das Herz dieser Geschichte auf den Punkt bringt: “Isn’t it funny how day by day nothing changes, but when you look back, everything is different.” (C. S. Lewis)
Was mochte ich am meisten? Die stille Art, mit der Anne Freytag die glatte Oberfläche ihrer Figuren aufbricht. Mit jedem Lächeln, jedem Blick und jeder Berührung werden Enttäuschungen, verletzte Erwartungen und alte Wunden immer deutlicher. Sie hat ein wunderbar feines Gespür für Fassaden, die fallen, und für Geheimnisse, die sich nicht länger verbergen lassen.
Kampa
Gebunden mit Schutzumschlag, 256 Seiten
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Samantha Harvey
Aus dem Englischen von Julia Wolf
Sechs Astronauten schweben in einer Raumstation durchs All. Den Planeten Erde umkreisen sie in 90 Minuten, sechzehnmal in 24 Stunden. Die zwei Frauen und vier Männer aus ganz unterschiedlichen Nationen arbeiten, essen und schlafen auf engstem Raum – und doch ist alles losgelöst vom Alltag, Schwerkraft und Zeitempfinden sind außer Kraft gesetzt. Was passiert, wenn man seine Heimat nur aus weiter Ferne durch ein kleines Fenster sieht? Wie verändern sich Denken und Fühlen? In dem Zeitraum von nur einem Tag, während die Sonne sechzehnmal auf- und untergeht, betrachtet dieser ungewöhnliche, kraftvoll poetische Roman die großen und kleinen Fragen der Menschheit und bringt uns der Schönheit des Universums ganz nahe.
Ausgezeichnet mit dem Booker Prize 2024
»Ich wusste nicht, wie sehr mir dieses Buch gefehlt hat, bis ich es gelesen habe. Dieser Roman lässt die schönsten Tränen fließen.« Ruth-Maria Thomas
dtv
TB, 224 Seiten
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Helene Bracht
Sie beschreibt es selbst als ein „Abenteuer, miteinander etwas zu teilen, das verletzlich macht“ – und wir sind dankbar, dass sie uns mit auf ihre Reise nimmt. Denn Helene Bracht findet mit 70 endlich Worte für eine Erfahrung, die sie viele Jahrzehnte verdrängt hat, aber mit vielen Frauen und Männern teilt: dass es mit der Sexualität nicht immer einvernehmlich und gut zugeht. Souverän, schlau und radikal offen erzählt sie darin von Missbrauch und wie sie nach einer solchen Verletzung weiterleben und lieben kann.
„Dieses Buch zu lesen ist eine radikale Erfahrung. Ein leuchtender Text über zerbrechenden Schmerz und die Schönheit der Selbstversöhnung.“ Gabriele von Arnim
Hanser
Hardcover, 192 Seiten
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Aus dem amerikanischen Englisch von Raimund Varga
Barbra Streisand ist auf jeden Fall eine lebende Legende, eine Frau, die in ihrer sechs Jahrzehnte umspannenden Karriere in allen Bereichen der Unterhaltung brillierte. Sie gehört zu den wenigen EGOT-Gewinner*innen (Emmy, Grammy, Oscar und Tony) und hat eine der größten und bekanntesten Stimmen in der Geschichte der Popmusik. Sie wurde sechsundvierzig Mal für einen Grammy nominiert und war mit Yentl die erste Frau, die einen großen Kinofilm schrieb, produzierte, dabei Regie führte und die Hauptrolle spielte. In “Mein Name ist Barbra” erzählt sie ihre eigene Geschichte über ihr Leben und ihre außergewöhnliche Karriere, vom Aufwachsen in Brooklyn über ihre ersten Auftritte als Star in New Yorker Nachtclubs bis hin zu ihrem Durchbruch in Funny Girl (Musical und Film) und der langen Reihe von Erfolgen in allen Mediensparten in den folgenden Jahren.
Überschäumend und herrlich … es gibt einfach so viele schillernde Streisands, die man in Betracht ziehen muss über so viele Jahre hinweg: Sängerin, Schauspielerin, Regisseurin, Produzentin, Philanthropin, Aktivistin, Liebhaberin, Mutter, Ehefrau, Freundin, Autobiografin. The New York Times Book Review
Luftschacht
Hardcover, Schutzumschlag, 1200 Seiten
Fadenheftung, 40-seitiger Farbfototeil
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Gabriele von Arnim
Trost finden. In einer Welt, die so überwältigend, ängstigend, fordernd sein kann. Trost finden im Empfinden von Schönheit, weil das, so Gabriele von Arnim, nicht weniger ist als Selbsterhalt. «Ich brauche Schönheit. Den Trost der Schönheit. Denn wenn ich Schönheit sehe, höre, lese, spüre, dann glaube ich an Möglichkeiten. An Wege, Räume, Purzelbäume.»
Der Trost der Schönheit ist eine schillernde Verbindung aus autobiografischem und essayistischem Erzählen: keine Kulturgeschichte, die ihren Gegenstand mit Theorie einhegen will, sondern eine literarische Spurensuche. Gabriele von Arnim fragt nach den Formen und Wirkungen dessen, was wir schön nennen; nach dem Glück und den dunklen Seiten der Empfindsamkeit. Die Suche führt zurück in die Kindheit, zu einem Mädchen aus kühl geführtem Haus, das erst lernen muss, zu fühlen, um Schönheit – einen tröstlichen Moment lang – in all ihrer endlichen Fülle wahrnehmen zu können.
Ein Buch, das den Blick weitet für die Welt um uns und ihre Vergänglichkeit, das Mut macht zum Aushalten von Ambivalenz.
Rowohlt, TB, 224 Seiten
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Geschichten von Aufbruch, Ende und Neubeginn
Ausgewählt von Till Tannhäuser
Jedes Ende ist ein Anfang oder auch andersherum. Wie in vielen Redensarten steckt auch in dieser ein Funke, der Mut macht – denn bei allen Geschichten, die das Leben parat hält: Wichtig ist vor allem die Perspektive, die man darauf hat. Davon erzählen unsere Autorinnen und Autoren in verblüffenden, skurrilen, unterhaltsamen und inspirierenden Geschichten. Brauchen wir gerade sehr, oder nicht?
Diogenes
Taschenbuch, 256 Seiten
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Anne Tyler
Aus dem Englischen von Michaela Grabinger
Drei Tage stehen an, in denen sich Gail und Max, beide Ende fünfzig und seit Längerem getrennt, anlässlich der Hochzeit ihrer Tochter Debbie zusammenfinden. Max reist, nichts ahnend von der Allergie des Bräutigams, überraschenderweise mit einer Katze an, weshalb er statt bei seiner Tochter bei Gail wohnen muss. Obwohl diese Vorstellung für Gail zunächst kaum auszuhalten ist, willigt sie ihrer Tochter zuliebe zähneknirschend ein. Doch schnell zeigt sich: Die alte Verbindung ist immer noch da. Gemeinsam müssen sie sich mit der Frage nach der Treue des Bräutigams auseinandersetzen, und damit, ob Vertrauen auch nach Jahren wiederhergestellt werden kann. Sie blicken aus belustigter Distanz auf die etwas zu traditionellen Feierlichkeiten, erinnern sich an Vergangenes und stellen sich Fragen nach der Zukunft – was hält das Leben noch für sie bereit?
Kein & Aber
Gebunden, 208 Seiten
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Svenja Flaßpöhler
Wie geht Streiten heute? Svenja Flaßpöhler, eine unserer streitbarsten Denkerinnen, appelliert persönlich, philosophisch und pointiert für mehr richtigen Streit.
„Warum also streite ich? Dies ist ein Plädoyer fürs Streiten. Oft kann nurein Streit die Positionen klären, weil Streit dazu führt, dass man seine eigene Haltung überdenken muss. Streit kann auch heilsam sein, wenn es nicht darum geht, Vorurteile zu bestätigen. Ein Streit sollte ein Diskurs sein – immer in der Überzeugung, dass es am Ende zu einer Lösung kommt. Streit ist auch Wertschätzung und bedeutet: Du bist mir nicht egal. Ein wichtiges Buch (nicht nur) zu Weihnachten!
Hanser Berlin
Hardcover, 128 Seiten
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Iida Turpeinen
Aus dem Finnischen von: Maximilian Murmann
Neulich im Naturhistorischen Museum in Wien: Langsam ging ich an den majestätischen, ausgestopften Tieren vorbei und plötzlich, als ich um eine Ecke bog, blieb ich wie angewurzelt stehen. Gerade erst hatte ich „Das Wesen des Lebens” von Iida Turpeinen beendet und nun stand ich direkt vor dem Skelett der Stellerschen Seekuh – einem Wesen, das 1741 entdeckt wurde und schon 1768 ausgerottet war. Nicht, weil die Natur es so wollte (damals war man davon überzeugt, dass nur Naturkatastrophen die Ursache für das Verschwinden ganzer Arten verantwortlich sein konnten), sondern weil der Mensch es so entschied.Iida Turpeinen stellt die Stellersche Seekuh in den Mittelpunkt ihres Buches, aber auch die Menschen, die sie entdeckt, erforscht und zu ihrem Verschwinden beigetragen haben. Sehr poetisch und spannend erzählt sie von Sammlern, Wissenschaftlern, von Naturschützern und den Frauen, die im Hintergrund an Naturerforschungen beteiligt waren. Es ist ihr erster Roman und schon jetzt das erfolgreichste finnische Debüt aller Zeiten.
Fischer, TB
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Brenda Navarro
Aus dem Spanischen von Stephanie von Harrach
Der dreijährige Daniel verschwindet von einem Spielplatz. Nur für kurze Zeit war seine Mutter in die Nachrichten auf ihrem Mobiltelefon vertieft gewesen. Eine Unbekannte hat den Jungen
mitgenommen und sich damit endlich ihren Kinderwunsch erfüllt. Sie nennt ihn Leonel. Beide Frauen erzählen von ihrem Schmerz, ihrer Verzweiflung und ihren Schuldgefühlen. Beide reflektieren ihre
Liebesbeziehungen und Lebensträume. Beide leiden unter dem psychischen Druck ihrer familiären Umgebung.
Daniels in bürgerlichen Verhältnissen lebende Mutter ist sich nicht sicher, ob sie das
verlorene Kind wirklich gewollt hatte. In ihrem aufgezwungenen Familienleben fühlt sie sich trotz Momenten des Glücks allein und überfordert. Die aus einer sozial benachteiligten Familie
stammende Kidnapperin hingegen ist entschlossen, ihre Chance zu nutzen. Dank des ersehnten Kindes und ihrer eigenen Süssigkeitenproduktion, die ihr finanzielle Unabhängigkeit verschafft, will sie
sich gegenüber ihrer bösartigen Mutter und ihrem gewalttätigen Liebhaber behaupten. Aber die Träume scheitern. Brenda Navarro gelingt es in ihrem psychologisch raffiniert komponierten Roman,
einer von Machismo geprägten Gesellschaft ungeschönt den Spiegel vorzuhalten und die Rollen von Frauen und Müttern grundsätzlich zu hinterfragen.
Der weltweit beachtete Debütroman wurde in zehn Sprachen übersetzt.
Lenos
Hardcover mit Schutzumschlag, 218 Seiten
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Ruth-Maria Thomas
Die späten Nullerjahre, frühen 2010er Jahre in einer ostdeutschen Kleinstadt: „Die schönste Version” erzählt die Geschichte von Jella und Yannick, von der ersten großen Liebe, die alles richtig
machen will. Bis es kippt. Ruth-Maria Thomas erzählt in ihrem intensiven Debüt, wie Jellas erste große Liebe sich rückblickend selbst demaskiert – als Geschichte häuslicher Gewalt. Eine, die so
oder anders viel zu häufig passiert. Für die neue MOKA-Ausgabe im September fragen wir Ruth-Maria Thomas, was sie dazu
bewogen hat, häusliche Gewalt zum Thema zu machen und ob es etwas gab, von dem sie vorher wusste, dass das ins Buch muss…
«Dieser Roman ist jetzt schon eines meiner Highlights 2024. Ein Muss für uns und wirklich jeden Mann, der ansatzweise verstehen möchte, wie das Aufwachsen als
Frau im Patriarchat uns kaputtmachen kann.» Louisa Dellert
Rowohlt
TB, 272 Seiten
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Zora del Buono
Zora del Buono war acht Monate alt, als ihr Vater 1963 bei einem Autounfall starb. Der tote Vater war die große Leerstelle der Familie. Mutter und Tochter sprachen kaum über ihn. Wenn die Mutter
ihn erwähnte, brach die Tochter mit klopfendem Herzen das Gespräch ab. Sie konnte den Schmerz der Mutter nicht ertragen. Jetzt, inzwischen sechzig geworden, fragt sie sich: Was ist aus dem damals
erst 28-jährigen E.T. geworden, der den Unfall verursacht hat? Wie hat er die letzten sechzig Jahre gelebt mit dieser Schuld?
Seinetwegen ist der Roman einer Recherche: Die Erzählerin macht sich
auf die Suche nach E.T., um ihn mit der Geschichte ihrer Familie zu konfrontieren. Ihre Suche führt sie in abgründige Gegenden, in denen sie Antworten findet, die neue Fragen aufwerfen. Was macht
es mit ihr, dass sie plötzlich mehr weiß über ihn, den Mann, der ihren Vater totgefahren hat, als über den Vater selbst? Und wie kann man heil werden, wenn eine Leerstelle doch immer bleiben
wird?
C.H. Beck
Hardcover, 204 Seiten mit 9 Abbildungen
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Die Geschichte einer Jerusalemer Tragödie
Nathan Thrall
Übersetzt von Lucien Deprijck
Auf einer Straße außerhalb Jerusalems verunglückt ein Schulbus. Der besorgte Vater Abed Salama fährt sofort zur Unfallstelle. Doch die verletzten Kinder wurden bereits in verschiedene Krankenhäuser der Stadt gebracht, zu der Abed mit seinen palästinensischen Papieren keinen Zugang hat. Seine Odyssee auf der Suche nach seinem Sohn ist verwebt mit den Geschichten unterschiedlicher Menschen, deren Wege unerwartet zusammentreffen: Unter ihnen eine Erzieherin und ein Mechaniker, die Kinder aus dem Wrack bergen, und ein israelischer Kommandant sowie ein palästinensischer Beamter, die mit den Folgen des Unfalls konfrontiert werden. In seinem gut recherchierten Werk, das wenige Tage vor dem Anschlag am 7. Oktober 2023 veröffentlicht wurde, geht Nathan Thrall nicht nur auf die komplexe Geschichte der Besetzung ein, vielmehr macht er sichtbar, was oft übersehen wird: das Leben der Menschen in einem zerrütteten Land.
Das Buch wurde 2024 mit dem Pulitzer-Preis in der Kategorie General Nonfiction ausgezeichnet.
Begründung der Jury: „Ein sorgfältiger und einfühlsamer Bericht über das Leben unter der israelischen Besatzung des Westjordanlandes, erzählt durch das Porträt eines palästinensischen Vaters, dessen fünfjähriger Sohn bei einem Schulbusunfall ums Leben kommt.“
»Eine anschauliche, scharf sezierte Darstellung einer einzigartigen Lebensrealität.« Deborah Feldman
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Isobel Markus
Zwei Freundinnen begeben sich gemeinsam in die Welt des Online-Datings. Sie sind Mitte 40, die Kinder aus dem Haus, der letzte Herzschmerz ist Jahre her und sie suchen: Isi nach jemandem, der „einfach passt“, während Wiebke dem Credo „Let’s have fun tonight and get serious tomorrow“ folgt. Sie swipen, schreiben und treffen sich innerhalb von sieben Tagen mit sieben Personen, erleben aber erst dann die schönsten Dating-Geschichten, als sie sich vornehmen, sie nicht mehr zu suchen. Lustig, traurig, ernüchternd, nachdenklich, absurd und turbulent erzählt der autofiktionale Roman von der Suche nach Liebe im 21. Jahrhundert, von desillusionierenden Begegnungen und digitalen Hoffnungsräumen. Von der An- und der Abwesenheit des Zufalls, von Fremde, Nähe und der Ewigkeit des Moments.
Und warum Isobel Markus ihren Roman gerade bei mikrotext erscheinen lässt, erzöhlt sie in der MOKA-Ausgabe im September!
mikrotext
Hardcover, 280 Seiten,
„Das ist witzig, unterhaltsam und könnte sofort verfilmt werden.“ Björn Kuhligk
„Online-Dating ist wie Ananas aus der Dose“, maulte ich an dem Abend mit Wiebke, als die ganze Geschichte ihren Lauf nahm. „Es erinnert schon irgendwie an Ananas, aber ohne das Sinnliche der Frucht und die natürliche Struktur. Das Geräusch beim Aufreißen einer Dosenananas ist kalt, blechern und mechanisch. Alles ist praktisch und zielgerichtet, weil mundstückgerecht aufbereitet, um schnell zu konsumieren, aber insgesamt etwas seelenlos. Dazu gleicht eine Dose der anderen. Zumindest von außen, oder nicht?“ Wiebke hatte bloß ungeduldig gesagt: „Völlig egal jetzt. Lade endlich ein Foto in die App.“ Und das habe ich dann gemacht.
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Elke Heidenreich
„Altern” ist ein schmales Buch, aber mit jeder Seite lerne ich Elke Heidenreichs Bücherregal kennen (jedenfalls stelle ich es mir so vor). Es ist, als würde sie daran entlang schlendern, mit
ihrem Blick bei einem Buch verweilen, es rausziehen, aufschlagen und eine Zeile oder einen Absatz daraus vorlesen. Und sie fragt, geht das, alt werden und ein erfülltes Leben führen? Ihr Buch ist
persönlich, ehrlich, doch nie gnadenlos. Sie denkt über ihr eigenes Leben nach, und das heißt vor allem, über ihre Beziehungen zu anderen Menschen. Im Alter trägt man die Konsequenzen für alles,
was man getan hat. Aber mit ihm kommt auch Gelassenheit, und man begreift: „Das meiste ist vollkommen unwichtig. Man sollte einfach atmen und dankbar sein.” Einen Satz habe ich gleich mehrfach
unterstrichen: „Es wird ein Irrsinnsgetue, um das Alter gemacht, als wären die Jahre davor nicht auch Alter gewesen. Jedes Alter ist ein Alter. Und das Leben, das man führt, das man geführt hat,
spielt beim Altern eine große Rolle.”
Hanser
112 Seiten
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Paula Fürstenberg
Kennt ihr das: Ihr schaut einer anderen Person dabei zu, wie sie über ein Buch schwärmt? Ich glaube, ich muss gar nicht lange erklären, warum das mit zu den schönsten Nebeneffekten unserer gemeinsamen Literaturliebe zählt, oder? Wenn der Funken so richtig überspringt, die Begeisterung sich in jeder kleinen Geste zeigt ... Genau so war es zuletzt auch, als mir Anne @fuxbooks von „WELTALLTAGE“ erzählte. Die Geschichte einer Freundschaft und deren Zerreißprobe, als eine Diagnose die Dynamik zwischen Max und der Erzählerin komplett verändert. „Ich habe mich sofort in diesen Text verliebt, weil er so klug, witzig und frech mit Form und Sprache spielt, wie ich es lange nicht gelesen habe. Da ist so viel drin, aber nie wirkt es überladen – Herkunft und Klasse, alleinerziehende Mütter im Osten, Freundschaft und Rivalität, Körper und Krankheit und vor allem die Sprachlosigkeit über Diagnosen (oder die fehlenden), die uns alle durch das Leben tragen. Das ist unterhaltsam und zutiefst berührend, etwas ganz Besonderes in diesem Literaturfrühjahr.“
Kiepenheuer & Witsch
TB, 320 Seiten
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Anika Landsteiner
Was hat Scham mit Weiblichkeit zu tun? Scham zu empfinden ist vollkommen normal, ganz unabhängig vom Geschlecht. Doch Frauen schämen und entschuldigen sich besonders oft: für den eigenen Körper, weil sie als zu erfolgreich gelten, Single sind oder kinderlos bleiben. Anika Landsteiner hat ebendieses Phänomen auch bei sich festgestellt und geht der Frage nach, warum das so ist. In klugen, persönlichen Texten über alle Aspekte ihres Lebens − von Arbeit über Krankheit und Sexualität bis hin zur Auseinandersetzung mit ihrer Biografie − reflektiert sie über Selbstwert und Grenzüberschreitungen.
Und das sagt Anika: „Ich habe mich für 9 Themen entschieden, auch wenn es natürlich viele mehr gibt und habe von Gefühlen geschrieben, von denen ich nicht einmal engsten Freund*innen erzählt
habe. Und jetzt ist es da draußen und ich gehe auf Lesereise mit all diesen Fragen im Gepäck: Wie lebe ich mein Leben und bin ich gut genug? Und gleichzeitig mit der Gewissheit, dass ich mich
nicht mehr kleinmachen lasse, weder von mir selbst, noch von anderen.”
Rowohlt Taschenbuch
Paperback, 256 Seiten
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Doris Dörrie
Wenn ich an Doris Dörrie denke, denke ich ans Reisen. Ich liebe ihren Blick auf die kleinen Dinge, die für andere gar keine, für sie eine große Bedeutung haben und immer mit einer wunderbaren
Geschichte verknüpft sind: Erinnerungssplitter, Bachmuschel, Shisosamen, Boxerstiefel, Jenseitsware, Fuchsmaske, Ganesha, Der Teppichklopfer… Geschichten zum sich gegenseitig oder zum sich selber
Vorlesen.
Der Band ist aus der neuen Diogenes Reihe „Tapir“. Wenn ihr mehr über Themen und Gestaltung wissen möchtet: Maria @mariachristinapiwowarski hatte am 29. April auf Instagram die Programmleiterin
Heide dazu interviewt. „Regalbleiber-Bücher“, nennt Maria sie. Dies genau das sind sie
Doris Dörrie
Diogenes Tapir
Hardcover Gebunden
112 Seiten
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Evelyn McDonnell
Übersetzerin: Andrea Schmittmann
Habt ihr die Doku auf Netflix über Joan Didion gesehen? Sie lässt mich seit Tagen nicht mehr los und in jeder freien Minute lese ich über sie und von ihr... Die amerikanische Journalistin Evelyn McDonnell hat sich an die Fersen ihres Vorbilds geheftet: Joan Didion, Meisterin der scharfen Beobachtungen, Essayistin, Stilikone und wichtigste Chronistin ihrer Zeit. So wie Didion 1975 Absolventen einer kalifornischen Hochschule riet: »Stürzt euch hinein in den Aufruhr der Welt«, stürzt McDonnell sich in Didions Welt und nimmt uns mit auf einen faszinieren Roadtrip, der in Didions Heimat Sacramento beginnt und uns über Los Angeles, Malibu, Manhattan, Miami und Hawaii zu ihren literarischen Topoi, stilistischen Sternstunden und persönlichen Schlüsselmomenten führt.
Harper Collins
Gebunden, 287 Seiten
»Erinnere dich, wie es war, du zu sein: Nur darum geht es immer.« Joan Didion, »Gedanken über das Notizbuch« (1966)
„Geschichten tragen uns, durch das, was wir einander erzählen, geben wir preis, woran wir glauben, worüber wir uns definieren. Gegen den überwältigenden Schmerz der Trauer wendet sie das Mittel an, mit dem sie sich in ihrem Leben immer zu helfen wusste: lesen, lernen, es durcharbeiten, Literatur befragen.“ Connie Palmen über Joan Didion in „Vor allem Frauen”, unser „Buch des Monats” im März.
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Ibtisam Azem
Aus dem Arabischen von Joël László
Was wäre, wenn um Mitternacht plötzlich die gesamte palästinensische Bevölkerung Israels auf unerklärliche Weise verschwände, als ob sie von Außerirdischen entführt worden wäre? Ariel, der Journalist, und Alaa, der Freelance-Kameramann, leben im selben Wohnhaus in Tel Aviv. Beide sind sie Israelis, Ariel jüdischer und Alaa palästinensischer Herkunft, beide lieben ihre Heimatstadt, in der sie aufwuchsen und Freunde geworden sind. Eines Morgens sind im ganzen Land die Palästinenserinnen und Palästinenser verschwunden. Der gesellschaftliche Verlust ist sofort spürbar, die Verwirrung riesengross. Es fahren keine Busse mehr, im Spital fehlen Ärzte, der beste Hummusladen bleibt geschlossen. Handelt es sich um einen Generalstreik, einen geplanten Angriff? Oder gar um ein Wunder Gottes zur Rettung Israels? Auf der Suche nach Alaa findet Ariel in dessen Wohnung ein rotes Notizbuch, die Lebensgeschichte von Alaas Grossmutter. Er nimmt sich vor, die Aufzeichnungen ins Hebräische zu übertragen und eine Chronik der Zeit vor dem Verschwinden zu verfassen.
Die palästinensische Autorin Ibitsam Azem hat ihren Roman bereits vor zehn Jahren auf Arabisch veröffentlicht – ein kluger Roman mit einer erschreckenden Brisanz…
Lenos
Paperback, 271 Seiten
inkl. MwSt, zzgl. Versandkosten
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Jarka Kubsova
Abelke Bleken ist eine unabhängige Frau, führt allein einen Hof, trotzt allen Gezeiten und Nachbar:innen und bringt sich damit im Jahr 1580 nicht selten in Lebensgefahr. Fast 500 Jahre später zieht die ehemalige Geografin Britta Stoever mit ihrer Familie in die Marschlande und lernt, auf langen Spaziergängen durch die karge Landschaft die Spuren der Vergangenheit zu lesen. Dabei stößt sie auf Abelke und erkennt sich erschreckend gut im Leben der anderen wieder … Ein unglaublich atmosphärischer Roman über das, was Frauenschicksale verbindet.
„Als Britta dem alten Haus näher kam, fiel ihr auf, dass etwas anders war als sonst. Kein Wind. Das war außergewöhnlich. Irgendwann im September war er aufgekommen, meistens fiel er aus allen Richtungen ein, fegte ungehindert über die leeren Felder, zerrte und schubste, zog an Kleidern und zwiebelte in den Ohren. Aber heute war es ungewohnt still. Auch der Himmel war seltsam, bemerkte sie jetzt, Wolke in Wolke, jede grau, aber manche leuchtete grellgelb am Rand, beinahe grün. So einen Himmel hatte sie noch nie gesehen. Es war ein Himmel, der einem sagte, dass man jetzt lieber schnell nach Hause sollte. Nur wusste sie gerade nicht, wo ihr Zuhause war.”
S. Fischer
Softcover, 320 Seiten
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Daniel Schreiber
„Ich mach gerade nur Wohlfühllesen.“, verriet mir Anne @fuxbooks neulich am Telefon. Aus den geplanten kurzen 5 Minuten wurden dann natürlich wieder mehr, weil ich unbedingt genauer wissen wollte, was das für sie bedeutet – und dann kamen wir ins Schwärmen über unsere aktuellen Lektüren. Bei ihr war es gerade „Zuhause“ von Daniel Schreiber: „Das ist eines dieser Bücher, nach denen du nicht mehr exakt die gleiche Person bist, wie vorher. Die dich mit Präzision, philosophischen Fragen und simpler, einfacher schöner Gedankenpoesie überraschen und bewegen. Wo du mit dem Unterstreichen kaum hinterherkommst und doch immer wieder innehalten willst und musst, um das Gelesene in Ruhe sacken zu lassen. Wie Daniel Schreiber uns mitnimmt auf seine innere Reise und die Suche nach einem Zuhause, uns teilhaben lässt an dem, was ihn umtreibt, ist nichts anderes als ein großes, großes Geschenk - das man nach dem Lesen wahrscheinlich sofort auch anderen machen möchte.“
Es ist eigentlich unmöglich, dir nur ein einziges Zitat als Kostprobe zu geben. Wir versuchen es mal...
„Wie viel Sicherheit braucht man zum Leben? Ist es nicht ein grundlegender Aspekt jedes Gefühls von Zuhausesein, zu wissen, wo und wie es weitergeht?“
Suhrkamp
Broschur, 140 Seiten
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Frank Berzbach
Hauke ist Buchhändler aus Leidenschaft. Oft schaue ich auf seinem Blog #Leseschatz vorbei und lasse mich von seinen Gedanken inspirieren und mitnehmen. Kurz nachdem ich Frank zu seinem neuen Buch „Die Kunst des Lesens” interviewt habe, lese ich bei Hauke: „Das Konsumieren fällt leichter als das Erschaffen von Weltliteratur. ...Wer liest, sieht und erlebt mehr. Wer Bücher über Kunst oder Musik liest erlebt diese intensiver. Dies lässt sich auf alles anwenden. Literatur kann uns zu leidenschaftlichen Menschen machen. Bücher machen die Welt erfahrbarer und erlebbarer. Dies zeigt uns Frank in jedem Kapitel, das er dem entsprechenden Personenkreis seines Umfeldes gewidmet hat...Ein Buch, das sich liest wie ein Gespräch mit einem guten Freund. Man hört gemeinsam gute Musik, trinkt eventuell einen feinen Wein und redet über Bücher. Dabei ist es ein Gespräch unter Freunden und fern von Bildungsprahlerei. Wonach Frank die Bücher auswählt, die ihn beeindruckt und beeinflusst haben, könnt ihr in unserem Interview in der aktuellen MOKA lesen oder ihr holt euch gleich sein Buch in eurer Lieblingsbuchhandlung. (Haukes Beitrag in voller Länge findet ihr HIER)
Eichborn
224 Seiten
gebunden
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Emilie Pine
Aus dem Englischen von Cornelia Röser
Gerade haben Anne und ich die persönlichen Essays von Emilie Pine gelesen ... Sie erzählt von ihrem alkoholkranken Vater, von Kinderwunsch und Fehlgeburten, von Scheidungen und vom eigenen Älterwerden, von Tabus und Schmerz. „So, so gut“, sagt Anne. Immer wieder kommen mir die Tränen - nicht, weil es traurig ist (und auch das ist es), einfach, weil sie in ihrer klaren, präzisen Sprache das Leben in all seinen Facetten zeigt, wie es ist und was es heißt, im 21. Jahrhundert eine Frau zu sein. Ja, Anne, das ist es, so so gut!
„Und dann weiß ich, dass ich ein Mädchen bin, dass ich richtig bin. Weil nämlich diese Paranoia, nicht weiblich genug zu sein, nicht begehrenswert genug zu sein, nicht gut genug zu sein, der ultimative Ausdruck des Frauseins ist. Diese Paranoia ist ein wesentlicher Teil dessen, wie Frauen unter Kontrolle gehalten werden – dessen, wie wir uns selbst unter Kontrolle halten.“
btb
224 Seiten
Broschur
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